Sonntag, 9. November 2014

Irland 2014 - Tag 2

Irland 2014 - Tag 2 | Titelbild mit Möwe auf dem Slea Head Drive

Die erste Urlaubsnacht war überraschend erholsam - normalerweise bin ich da immer sehr unruhig - und wir haben beide sehr gut und tief geschlafen. Die große Straße vor dem B&B war nachts nicht annähernd so befahren wie wir es anfangs befürchtet hatten und wir hörten keinen Verkehrslärm. 

Das Full Irish Breakfast von Gwen war äußerst lecker und nachdem wir die Fragestunde unserer etwas neugierigen amerikanischen Mitgäste überstanden hatten, konnten wir es auch in Ruhe genießen. Nur der Kaffee war heftig - damit weckt man ja Tote auf! Ab da bin ich auf Breakfast Tea umgestiegen! :)

Irland 2014 - Tag 2 | Castlemoore B&B | Full Irish Breakfast

Bei einem kleinen Plausch haben John und Gwen uns noch verschiedene Gegenden und Sehenswürdigkeiten in Irland empfohlen. Die Kreditkartenbezahlung lief technisch etwas holprig, aber so konnten wir immerhin den sehr interessanten Einrichtungsstil noch etwas genauer begutachten. :)

Irland 2014 - Tag 2 | Castlemoore B&B | Chaotisches Wohnzimmer

Schließlich setzten wir uns in unseren Suzuki und düsten los. An diesem ersten Tag lagen einige Fahrtkilometer vor uns, denn es ging auf die Dingle Halbinsel. Hinter dem leichten Wolkendunst spürte man schon die Sonne, die sich ihren Weg suchte und ihn auch bald schon finden sollte.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Der einfache und direkte Weg nach Dingle geht über eine große Straße. Der schönere, aber auch wesentlich abenteuerlichere Weg führt über den Connor Pass. Glücklicherweise besteht nur ein relativ kleiner Abschnitt der Strecke aus einer engen, einspurigen Straße mit kleinen Ausweich-Buchten. Links geht der Fels steil nach oben, rechts nach unten.  Wenn man diesen Abschnitt überstanden hat, ist der Rest der Strecke aber ziemlich gut ausgebaut.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Bei einem kleinen Zwischenstop an einem Parkplatz kann man ein bisschen den Berg hinaufklettern und schöne Fotos machen. Mit einem japanischen jungen Pärchen machten wir einen kleinen Foto-Deal - Pärchenfoto gegen Pärchenfoto. Der anscheinend sonst recht kräftige Wasserfall an dieser Stelle war bei unserem Besuch ein kleines Rinnsal, das sich nicht zu fotografieren lohnte.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Also weiter auf der Mini-Straße bis zum eigentlichen Pass. Am dortigen Parkplatz sind wir wieder ausgestiegen und zu Fuß ein bisschen weiter den Berg hinauf. Hier pustete der Wind recht kräftig und man hatte einen tollen Ausblick auf die Landschaft.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Schaf am Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Von hier an war die Straße wieder zweispurig und angenehmer zu befahren. So ging es den Berg wieder hinunter und in das Fischerdörfchen Dingle. Hier sind wir nur durchgefahren, weil wir die Küsten-Rundstrecke "Slea Head Drive" fahren wollten. Und da diese uns am Ende wieder nach Dingle zurückführen würde, wollten wir uns erst später im Örtchen umschauen.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Der Slea Head Drive ist eine sehr schöne Route, die über weite Strecken direkt an der Küste entlang führt und einige Möglichkeiten zum Halten und Aussteigen anbietet, sodass man tolle Fotos machen und die Aussicht genießen kann. Vor allem in der Hauptsaison darf die Strecke nur im Uhrzeigersinn befahren werden, damit sich die vielen Touristenautos und v.a. die Reisebusse nicht ins Gehege kommen. Daran haben wir uns auch außerhalb der Hauptsaison brav gehalten. Sicher ist sicher. Da die meisten Haltemöglichkeiten auch auf diese Fahrtrichtung ausgelegt sind, macht das durchaus Sinn, sonst ist man ständig Rechtsabbieger, was in Irland ungefähr so doof ist wie bei uns immer links abbiegen zu müssen. Das Wetter war an der Küste absolut fantastisch. Zwar sehr windig, aber wunderschön sonnig. Wir waren ganz hibbelig deswegen und haben wahrscheinlich tausendmal ganz happy vor uns hin oder zueinander gesagt: "Wir haben soooo tolles Wetter!" :)

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle


Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Mit einem winzigen Abstecher kann man auch das Gallarus Oratory besuchen. Es gilt als eine der ersten frühchristlichen Kirchen und besteht komplett aus Trockensteinmauern. Es ist für mich völlig unvorstellbar, wie die Menschen das im 8. Jahrhundert ohne technische Hilfsmittel gebaut haben! Da Mr. Right ohnehin ein Faible für Natursteinmauern hat, war er doppelt so fasziniert davon wie ich. Mich haben aber auch die Hecken rund um das Oratory total umgehauen, die aus Fuchsien bestanden. Man kennt die bei uns zwar schon auch, aber ich hatte sie  zuvor so noch nie in so einer Größe gesehen. In Irland sollten uns diese blütenprächtigen Hecken noch öfter begegnen.

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Gallarus Oratory

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Gallarus Oratory

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Gallarus Oratory

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Gallarus Oratory

Zurück in Dingle parkten wir auf einem der großen Parkplätze am Hafen und erkundeten das Örtchen zu Fuß. Sie süßen kleinen Häuschen mit ihren bunten Fassaden machen schon einen ganz besonderen Charme aus.

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Als wir an einem blauen Haus mit weißen Fenstern und Türen vorbei kamen, über dem das Schild "Murphy's Ice Cream" prangte, schoss mir plötzlich die Erinnerung von einem TV-Beitrag in den Kopf, in dem diese Eisdiele ganz besonders gelobt wurde. Das mussten wir natürlich ausprobieren - und wir waren völlig begeistert! Das ganze Konzept, die ungewöhnlichen Eissorten und die Tatsache, dass man jede Sorte auch probieren darf plus das freundliche Team sind ja schon toll, aber dazu kommt auch noch, dass das Eis unbeschreiblich lecker ist! Wir waren völlig aus dem Häuschen! Wegen Eis! Verrückt! :)

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Murphy's Ice Cream

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Murphy's Ice Cream

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Murphy's Ice Cream

Bei unserem Spaziergang am Hafen setzten wir uns auf die großen Steine am Wasser und genossen für eine Weile ganz in Ruhe die wunderbare Spätsommersonne! Eine Bootstour zum berühmten Delphin Funghi, der seit 20 Jahren in der Dingle Bucht lebt, haben wir uns allerdings verkniffen.

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Eigentlich wollten wir zum Essen in das Fischrestaurant "Out of the Blue", über das wir viel Gutes gelesen hatten und das mit bestem Fisch wirbt. Aber leider waren wir für das Mittagsgeschäft zu spät und für das Abendgeschäft zu früh - außerdem zeigte uns ein Blick auf die Preise, dass das ohnehin unseren Rahmen etwas überschritten hätte. Ein paar Häuser weiter im "Marina's Inn" wurden wir dann fündig und haben sehr lecker und zu guten Preisen gegessen.

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Mr. Right hatte einen Monkfish in Tempura-Teigmantel mit Kartoffelgratin und Salat. Ich hatte Krabbenfleisch, Garnelen und Räucherlachs mit Brot, Salat und einer hausgemachten Cocktailsoße. Beides sehr lecker!

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Nach der Stärkung fuhren wir weiter in Richtung unseres abendlichen Zieles, aber zuvor machten wir noch einen Zwischenstop beim berühmten breiten Sandstrand von Inch. Für Irland ein eher ungewohntes Bild, aber wunderschön - vor allem in der abendlichen Sonne. Auch hier konnten wir unser Glück über das warme und sonnige Spätsommerwetter kaum fassen.

Irland 2014 - Tag 2 | Inch Beach

Irland 2014 - Tag 2 | Inch Beach

Irland 2014 - Tag 2 | Inch Beach


Irland 2014 - Tag 2 | Inch Beach

Dann ging es aber zügig weiter in Richtung Killarney. Wir hatten im Vorfeld großartige Bewertungen bei Tripadvisor für das B&B "The Ferris Wheel" gelesen, das ca. 10 Minuten von Killarney entfernt, direkt an der Straße zur Gap of Dunloe liegt. Also entschieden wir uns für die Unterkunft außerhalb der Stadt, was sich als eine der glücklichsten Entscheidungen des Urlaubs herausstellen sollte. Zum einen, weil uns Killarney als Stadt gar nicht gefiel - aber dazu im nächsten Post mehr - und zum anderen, weil es im "Ferris Wheel" mit seiner ruhigen Lage ganz wunderbar war. Auch die Nähe zur Gap of Dunloe und vor allem zu "Kate Kearney's Cottage" war für uns perfekt. 

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Am ersten Abend waren wir noch nicht ganz sicher, ob wir die vielen begeisterten Bewertungen zum B&B teilen können, da unser Gastgeber John einen etwas genervten Eindruck machte und uns die angepriesene Herzlichkeit fehlte. Aber das sollte sich in den nächsten Tagen deutlich ändern.
Unser Zimmer war toll! Großes, bequemes Bett, modernes Bad, Blick auf den Garten, Tee and Coffee Making Facilities und was wir als großen Mehrwert empfunden haben: sehr viel und sehr ausführliches Material zum B&B, zur Gegend, zu Wanderungen und Freizeitaktivitäten. Hätten wir nicht schon gewusst, was wir in den folgenden Tagen in der Gegend anschauen wollten, so hätten wir dadurch sicher einige Möglichkeiten gefunden.

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Obwohl wir hundemüde waren, machten wir uns noch auf und legten den knappen Kilometer Fußweg zum "Kate Kearney's Cottage" zurück, das quasi am Eingang der Gap liegt, um bei einem Absacker zumindest noch einen kleinen Eindruck von dem berühmten Pub zu bekommen. Dort war richtig viel los, weil an diesem Abend eine Hochzeit stattfand und die Leute sehr gut drauf waren. Die Stimmung war klasse, aber wir sind dann nach einem Ale bzw. Cider trotzdem recht zügig wieder Richtung B&B, weil wir einfach wahnsinnig müde waren und uns auf das tolle, große Bett freuten. In weiser Voraussicht und aufgrund einiger Hinweise bei Tripadvisor hatten wir Stirnlampen mitgenommen, die auch wirklich notwendig sind, denn die Straße zurück zum B&B ist bei Nacht absolut nicht beleuchtet. Es hatte aber durchaus etwas abenteuerlich-romantisches! :) Weniger abenteuerlich sind wir dann ins Bett gefallen und haben geschlafen wie die Steine!

Claudi
Mrs. Always Right

Samstag, 8. November 2014

Meine Herz-Töne | Short Stories

Ich habe ja in den letzten Wochen und Monaten einige Blogs von interessanten Frauen entdeckt, die ich regelmäßig lese und die mich auch inspiriert haben, selber wieder anzufangen. Auch wenn ich definitiv nicht den Anspruch habe, ebenso erfolgreich und für eine ebenso riesige Lesergemeinschaft zu bloggen, wie sie es tun.
Einer dieser Blogs ist was eigenes von Bine. Und sie hat zusammen mit ihrer Blog-Freundin Andrea eine Aktion ins Leben gerufen, die ich sehr spannend finde: Short Stories. Am 1. eines jeden Monats stellen die beiden ein Thema in den virtuellen Blogger-Raum, zu dem man einen Eintrag schreiben und diesen unter dem Thema verlinken kann. So hat man die vielen verschiedenen Geschichten, die von vielen verschiedenen Bloggern zu einem Thema entstehen, auf einen Blick zusammen und kann sich durchklicken. Eine schöne Idee - zumal es dabei vor allem um's Schreiben an sich gehen soll.

Mit dem Thema vom 1. November möchte ich mich gerne in diese Aktion ein(k)linken:

Musik deines Lebens

Meine Herztöne | Short Stories | Thema im November: Musik deines Lebens | Notenblatt mit iPod und CD

Darüber könnte ich wahrscheinlich einen ganzen Roman schreiben. Musik hat in meinem Leben eine wahnsinnig große Bedeutung - passiv und aktiv! Ohne Musik wäre ich nicht vollständig. Wenn man mir die Musik nehmen würde, wäre das in etwa, wie die Amputation eines wichtigen Körperteils. Musik ist überall in meinem Leben. In mir, um mich herum, in meiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie pusht mich oder erdet mich - je nach Situation. Mit ihr kann ich meine Gefühle ausdrücken - und sie löst sehr starke Gefühle bei mir aus.

Die Überschrift "Meine Herz-Töne", die ich für meine Short-Story ausgewählt habe, hat mehrere Bedeutungen:
- Zum einen drückt diese Bezeichnung natürlich aus, dass die Töne dieser, also meiner Musik mein Herz berühren, es beruhigen oder schneller schlagen lassen.
- Gleichzeitig drückt mein Herz aber auch seine Gefühl durch diese Töne aus, ich beim Musikmachen produziere oder die ich mir zum Anhören auswähle.
- Und die dritte Bedeutung beschreibt auch den Ursprung dieser enormen Bedeutung, die Musik für mich hat: Meine Familie ist sehr musikalisch, meine Mutter ist Instrumentallehrerin. So hatte ich also schon als Ungeborenes nicht nur den Herzschlag meiner Mutter als ständigen Rhythmus und ihre Stimme um mich herum, sondern auch Musik. Ich stelle mir das immer bildlich vor: wie ich schwerelos im Fruchtwasser schwebe, eingehüllt von den sanften Klängen der Gitarre, die ja direkt am Bauch meiner Mutter war. Ich finde, das ist ein wunderschönes Bild!

Bei uns gehörte Musizieren immer ganz selbstverständlich zum Familienalltag. Jeder spielt mindestens ein Instrument, der Musikunterricht und Proben mit verschiedenen Gruppen und Orchestern gehörte immer dazu. Wir Kinder wurden von unseren Eltern unterstützt und gefördert, wofür ich ihnen immer sehr dankbar sein werde!

Nun aber zu einzelnen Liedern meines Lebens:

Als kleines Kind saß ich stundenlang auf der Schaukel im Garten und habe ein Kinderlied gesungen. "Dauda, dauda, sitzt ein Mädele draußen..." Ich hab das Lied noch nie in einem Liederbuch gesehen und weiß nicht, ob es das "offiziell" überhaupt gibt. Es ist in schwäbischer Mundart gehalten, deshalb mal die sinngemäße Bedeutung: Das Mädchen verkauft Äpfel und Birnen und eine bestimmte Person [hier kann man einen individuellen Namen einsetzen] bekommt davon auch etwas ab. Sinngemäß. Nun saß ich also auf der Schaukel und setzte in jeder Strophe einen Namen ein. Alle Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde und so weiter. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich da eine Weile beschäftigt war. :)

Eine ebenfalls sehr präsente Erinnerung habe ich an die Schlaflieder meiner Oma. Es kam nicht sooo oft vor, dass meine Eltern abends beide weg waren. Aber wenn, dann kam meine Oma an diesem Abend zu uns und hat mich ins Bett gebracht. Und es war absolutes Pflichtprogramm, dass sie mir dann Schlaflieder vorsingen musste. "Weißt du, wie viel Sternlein stehen" war eines davon, aber mein Lieblingslied war immer "Die Blümelein sie schlafen". Den Text kann ich noch immer auswendig. Wenn ich eines dieser Lieder heute höre, wird mir sofort ganz warm im Bauch.

Mein Papa ist gefühlt schon immer im Musikverein. Früher hat er bei den Auftritten auch gesungen. Wenn im und um das Dorf ein Fest war, spielte dort natürlich der Musikverein und ich war schon als Knirps immer mit dabei. Wenn mein Papa dann gesungen hat, hab ich oft das Herumtoben mit den anderen Kindern unterbrochen und mich vor das Orchester gestellt und zugehört. Der Walzer "Blumenmädchen" war mein absolutes Lieblingslied und da habe ich immer mitgesungen. Oft hat mich mein Papa dann zu sich nach vorne gewunken, mich hochgehoben und wir haben zusammen ins Mikrofon gesungen. Unvergesslich!

In Sachen Pop- und Rock-Musik hat mich vor allem mein älterer Bruder geprägt. Durch den etwas größeren Altersabstand kam ich schon recht früh mit der Musik von Bon Jovi, Aerosmith, den Eagles, Boston, Bryan Adams, Van Halen usw. in Kontakt. Wie oft saß ich nachmittags bei ihm im Zimmer und habe mit ihm MTV geschaut?! :) So habe ich auch heute noch ein Faible für gute Rockmusik und vor allem für handgemachte Musik. Mit diesem ganzen Elektro-, Techno-, R&B-Zeug kann ich nichts anfangen. Es muss handgemacht sein und aus tiefster Seele kommen....das reißt mich mit. Lieder gäbe es hier unzählige aufzulisten.

In der Zeit als Querflöten-Schülerin habe ich natürlich auch viele Musikstücke gespielt, von denen manche mehr in Erinnerung geblieben sind als andere. Unvergesslich bleibt das Konzert, das ich mit 19 gemeinsam mit einer etwa gleichaltrigen Flötenschülerin gegeben habe. Wir haben zu zweit einen ganzen Konzertabend gestaltet - mit verschiedenen Gästen als Begleitung. Das war eine ziemlich coole Sache. Davon war die Triosonate von Johann Sebastian Bach mein persönliches Highlight. Bachs Musik ist so einzigartig und zeitlos! Ich glaube nicht, dass jemals wieder jemand geboren wird, der Musik so allumfassend versteht wie er es getan hat!

Als Jugendliche habe ich in vielen Orchestern, Ensembles und Projekten mitgespielt - in einigen davon regelmäßig, andere waren nur projektbezogen. Da gab es natürlich auch immer Stücke, die mir in dieser speziellen Zeit in dieser speziellen Gruppe besonders gefallen haben. Oft hatte das auch mit dem jeweiligen aktuellen Lebensgefühl zu tun.

Im Musikverein war"Tirol 1809" von Sepp Tanzer für mich sehr prägend, weil es mein erstes richtiges großes Konzertwerk war, an das ich mich erinnern kann. Und bei "Die große Seefahrt" von Pavel Stanék durfte ich beim Wertungsspiel das Flötensolo spielen, was für mich ein großer Moment war. Im Kreisjugendorchester unseres Kreisverbandes waren vor allem "La Storia" und "Ross Roy" von Jacob de Haan meine absoluten Highlights. Die hätte ich bei jedem Konzert spielen können! :)

In einem überregionalen Jugendsinfonieorchester gab es für mich zwei besonders unvergessliche Werke: Bei der Nordischen Ski-WM 2005 durften wir bei der Eröffnung spielen. Naja..."spielen" ist relativ. Wir mussten vorab eine CD mit den Werken aufnehmen, denn natürlich funktioniert ein großes Sinfonieorchester im Schnee vor der Skisprungschanze bei TV-Übertragung nur per Playback. Ein Werk war der Satz "I pini della Via Appia" aus "Pini di Roma" von Ottorino Respighi. Wenn ich das Stück heute höre, stehe ich sofort wieder vor der großen Skisprungschanze im Schnee, mit tausenden Menschen im Publikum und zig TV-Kameras um uns herum
Kurz darauf haben wir mit dem gleichen Orchester das "War Requiem" von Benjamin Britten aufgeführt. Für mich eine emotionale Grenzerfahrung. Dieses Stück handelt vom Zweiten Weltkrieg und ist in seiner Wirkung unbeschreiblich tief und ergreifend. Ich musste passagenweise sehr mit meinen Emotionen und den Tränen kämpfen, um überhaupt spielen zu können. Vor allem an der Stelle, wo die beiden Soldaten [Gesangssolisten] sich im Himmel begegnen und erst nach einer Weile realisieren, dass sie sich kurz zuvor auf dem Schlachtfeld gegenüberstanden - "I am the enemy you killed, my friend." Das ist so überwältigend dramatisch und traurig....da krieg ich Gänsehaut, wenn ich nur dran denke!

Natürlich war mein Leben als Jugendliche auch von Pop-Musik geprägt und nicht nur von klassischer Musik. Wie gesagt war ich eher auf der Rock-Schiene unterwegs. MTV war daher eher meins als VIVA. So ist auch dieser ganze Boygroup-Hype spurlos an mir vorbeigegangen. Wobei ich dann später schon noch auf Gruppen wie *NSYNC aufmerksam wurde, als sie schon etwas gesetzter waren. Denn mal unabhängig davon, wie man die Lieder findet: singen können die Jungs einfach wahnsinnig gut! Ich hab mir damals vor allem die vielen a capella Videos im Internet angeschaut, wie z.B. dieses hier von O Holy Night.

Was mir erst jetzt gerade wieder einfällt: Meine Mama hat früher immer gesagt, ich müsste mal zu "Wetten, dass...?", weil ich nach den ersten beiden Tönen meistens schon wusste, welches Lied im Radio läuft. :)

Wie das als junges Mädchen so ist: Man verknallt sich, man verliebt sich, ist glücklich, wird enttäuscht, hat Liebeskummer und leidet. Nicht immer in genau dieser Reihenfolge, aber ihr wisst ja selber, wie das so läuft. Für jede Situation und auch für jeden Schwarm gab es natürlich den passenden Song, zu dem man entweder fröhlich durchs Zimmer tanzte oder heulend im Bett lag. Oh, da kommen viele Erinnerungen! :) Vor allem ein paar Lieder aus der Zeit zwischen 18 und 25 hatten für mich große Bedeutung, denn in der Zeit haben die Männer mir das Leben ziemlich schwer gemacht. So konnte ich Lieder wie "Feels Like Home" von Chantal Kreviazuk oder "Chasing Cars" von Snow Patrol für lange Zeit nicht anhören, denn sie waren jeweils so fest an einen bestimmten Menschen und den dazugehörigen Liebeskummer gekoppelt, dass der alte Schmerz sofort wieder hochkam, sobald ich nur die ersten beiden Akkorde gehört habe. Aber seit ich mit meinem Mr. Right so glücklich bin, kann ich die Lieder endlich wieder ohne Probleme hören, worüber ich sehr froh bin, denn es sind sehr schöne Songs! :)

Natürlich gibt es auch Lieder, die Mr. Right und mir gehören. Die bleiben aber geheim! :P

Zwei Werke, die ich in den letzten paar Jahren mit der Stadtkapelle Wangen spielen durfte, möchte ich gerne noch erwähnen. Werke, die mich ebenfalls tief bewegt haben. Werke, die beim Musizieren Gänsehaut machen, bei denen jeder Ton in einem selbst einen Knopf drückt, bei denen man nach dem letzten Ton emotional und körperlich völlig fertig ist und in einer anderen Welt schwebt, aus der man erst einmal langsam wieder in die Realität zurückfinden muss. Das eine war "Extreme Make-Over" von Johan de Meij, mit dem wir 2013 auch den Deutschen Orchesterwettbewerb gewonnen haben. Und das andere die "Symphony No. 4" von David Maslanka, die wir letztes Jahr im Herbst aufgeführt haben. Man kann diese Musik nicht beschreiben, man muss sie erleben und fühlen!

Und dann noch ein Bereich der Musik, über den sich ein eigener Blog-Eintrag lohnen würde: Ich liebe Film-Musik! Gut komponierte, von richtigen Orchestern eingespielte Film-Musik. Wenn ich jetzt anfangen würde, aufzuzählen, säße ich noch morgen hier.
Und ich stehe auf ungewöhnliche Gruppen, wie z.B. Vienna Horns, Celtic Woman, La Brass Banda, hmbc, The Piano Guys und viele andere, die einfach richtig gute und kreative Musik machen.

So, jetzt aber Schluss. Das mit der "Short Story" hat nur mäßig gut funktioniert. Und dabei hab ich mich doch schon extra kurzgefasst. :) Zum Thema Musik werden sicher noch verschiedene Post zu verschiedenen Themen in meinem Blog auftauchen.

Ich glaube, ich stöbere mich heute mal wieder in bisschen durch meine Musiksammlung und ziehe ein paar Sachen raus, die ich schon länger nicht mehr angehört habe. :)

In diesem Sinne noch ein Zitat von Franz Schubert zum Abschluss, das ich mir auch auf die Rückseite meines iPods habe gravieren lassen: 
"Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden."

Claudi
Mrs. Always Right

Mittwoch, 5. November 2014

Kürbis-Caprese deluxe

Nach den vielen tollen leichten Sommergerichten freu ich mich jetzt auch auf die deftigen und warmen Köstlichkeiten im Herbst und Winter. Momentan ist natürlich Kürbis hoch im Kurs. Ich scheue ja zugegeben ein wenig die Schälerei und greife deswegen zum Hokkaido. Der eignet sich wegen seiner Größe perfekt für Gerichte für zwei Personen und ist durch seine essbare Schale der Traumkürbis aller Köche, bei denen es schnell gehen muss. Und zu denen zähle ich mich zweifelsfrei! :)

In dem kleinen Regionalmagazin, das regelmäßig unserer Tageszeitung beiliegt, gab es in der letzten Ausgabe ein paar Kürbisrezepte. Eines davon hat mich gleich sehr verlockt und das haben wir jetzt auch endlich mal ausprobiert. Wie eigentlich immer haben wir die Zutaten und Zubereitung ein bisschen angepasst, so wurde aus dem Kürbis-Caprese unser individuelles Kürbis-Caprese deluxe:

1 Hokkaido-Kürbis
2-4 Knoblauchzehen
80-100g magerer Kochschinken
2-3 Handvoll Kirschtomaten
1-2 Avocado
1 Kugel Mozzarella
frisches oder gerebeltes Basilikum

Olivenöl
Weißer Balsamico
Salz
Pfeffer
Chili-Flocken
Salat-Würze

Backofen auf 220° Ober-Unter-Hitze vorheizen. Den Hokkaido in ca. 2cm große Würfel schneiden. Knoblauchzehen in dünne Scheiben und Schinken in Stücke schneiden und mit den Kürbiswürfeln in einen leicht geölten Bräter/Auflaufform geben, mit Salz und Pfeffer würzen. Der Bräter kommt dann für 25-30 Minuten in den Ofen.

Kürbis-Caprese deluxe | Kürbis würfeln und mit Knoblauch und Schinken im Ofen backen

Währenddessen Kirschtomaten je nach Größe halbieren oder vierteln, Fruchtfleisch der Avocado und Mozzarella würfeln. Basilikum klein zupfen. Aus Öl, Essig und Gewürzen ein Dressing anrühren. Wenn der Kürbis durch ist, Bräter aus dem Ofen holen, alle anderen Zutaten hinzugeben und mit dem Dressing vermischen.

Kürbis-Caprese deluxe | Avocado, Tomaten, Mozzarella und Marinade zum gebackenen Kürbis geben

Wenn man daraus vier Portionen macht, sollte man noch Baguette/Ciabatta o.ä. dazu reichen. Für zwei Personen ist es eine gute, gesunde und sättigende Hauptmahlzeit. Ich könnte mir das auch gut als Grundlage für einen lauwarmen Nudel-Kürbis-Salat vorstellen, dann braucht man aber vielleicht etwas mehr Dressing.

Kleiner Aufwand, großer Geschmack! Das Kürbis-Caprese deluxe wird es in nächster Zeit sicher öfter bei uns geben.

Guten Appetit wünscht

Claudi
Mrs. Always Right

Montag, 3. November 2014

Irland 2014 - Tag 1

Irland 2014 - Tag 1 | Titelbild mit dem River Shannon in Limerick

Der erste Tag unserer Irland-Reise bestand logischerweise hauptsächlich aus der Anreise. Eine gute Freundin, die sich bereits mehrfach als super Flughafen-Shuttle bewährt hat, brachte uns zum Allgäu Airport und wünschte uns auf ihre unvergleichliche sonnige Art einen schönen Urlaub. Wir konnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, wie verlässlich uns diese warmen Wünsche begleiten würden.
Dann kam das übliche Flugreise-Prozedere, das bei so kleinen Flughäfen wie in Memmingen zum Glück recht schnell und unproblematisch abläuft. Trotzdem bin ich beim Security-Check immer ziemlich angespannt und plane sowieso lieber eine Stunde mehr Puffer ein, damit es auch ja reicht. Geht euch das auch so oder seid ihr bei Flugreisen total entspannt? 
Wir gönnten uns noch ein Käffchen im Wartebereich und machten uns dann auf zum Gate. Ich habe ja noch keinen einzigen Ryanair-Flug erlebt, bei dem tatsächlich zur genannten Boarding Time auch wirklich geboarded wurde. So auch dieses Mal. Für Ryanair-Verhältnisse war es aber doch noch einigermaßen pünktlich. Und durch die neue Regelung mit der festen Sitzplatzvergabe ging das Boarden auch gefühlt schneller als früher mit freier Platzwahl.

Irland 2014 - Tag 1 | Blick aus dem Flugzeug mit Wolkenmeer

Bis auf die unzähligen blökenden Werbe-Durchsagen und das unverständliche Piloten-Genuschel verlief der Flug ruhig. Kaffeefahrt im Flugzeug. Kurzstrecke mit Ryanair ist aber durchaus zu überstehen. 

Irland 2014 - Tag 1 | Ankunft am Shannon Airport

Die Abläufe am Shannon Airport gingen auch zügig. Lediglich die Suche nach dem richtigen Mietwagen-Schalter war ein bisschen abenteuerlich. Im Flughafengebäude gab es einen Schalter, von dem wir weiterverwiesen wurden. Der Herr bemühte sich leider nur mäßig (bis gar nicht) um eine touristentaugliche Aussprache, sodass wir zwar verstanden haben, welchen Ausgang wir nehmen müssen und dass da irgendwo ein Häuschen für die Mietwagenausgabe steht. Soweit so gut. Das nasale und lang gezogene Wort "hööööööööööööööööörts" konnten wir aber in diesem Moment nicht eindeutig zuordnen und nahmen es auch nicht weiter wichtig. So marschierten wir samt Gepäck zum genannten Ausgang. Von dort sahen wir in einiger Entfernung schon verschiedene Autovermietungs-Schilder. Also weiter, vorbei an dem größten und nahesten Vermietungshäuschen von "Hertz Autovermietung" bis zu den etwas weiter entfernten anderen Häuschen der anderen Firmen, inklusive Kletterpartie über zwei Leitplanken und eine etwas größere Straße. Doch auch bei den anderen Häuschen weit und breit kein "Sunny Cars" Schild zu sehen. Also fragte ich in einem der Konkurrenzbüros, wo wir das denn finden könnten. Man sagte uns, wir müssten zu "höööööööööööööööööööörts" - und da fiel der Groschen! "Höööööööööööörts" war englisch/irisch für "Hertz" und dort wurden auch die Autos für Sunny Cars Buchungen vergeben. Also den ganzen Weg wieder zurück, nochmal über die zwei Leitplanken und die Straße. Vor dem Schalter in eine Schlange eingereiht und einige Leute aus unserem Flugzeug wieder getroffen, die eigentlich nach uns ausgestiegen waren. Nunja, wir waren ja im Urlaub.
Die Dame am Schalter war ausgesprochen nett. Allerdings waren wir früher da, als wir bei der Buchung angegeben hatten, daher war das Auto noch nicht fertig. Also marschierten wir wieder samt Gepäck zurück in das Flughafengebäude und haben uns im dortigen Restaurant erst einmal ein anständiges Mittagessen gegönnt. Nach den gefühlten zurückgelegten 5km Fußmarsch hatten wir uns das auch verdient. Für ein Flughafen-Restaurant war das Essen überraschend gut: Cajun-Chicken mit verschiedenen Beilagen:

Irland 2014 - Tag 1 | Mittagessen am Shannon Airport

Beim zweiten "Höööööööööööörts"-Versuch war das Auto dann fertig - wir bekamen einen schwarzen Suzuki Sx4. Die Größe war für uns perfekt! Groß genug, um das komplette Gepäck sichtgeschützt im Kofferaum unterzubringen. Das war uns wichtig, damit es für Diebe keine Verlockung gibt, wenn das Auto mal längere Zeit unbeaufsichtigt auf einem Wanderparkplatz steht. Und doch war es auch klein genug für die teilweise recht engen irischen Straßen. Der zweite Fahrer war bei der Buchung regulär mit drin und eigentlich hatte ich fest vor, auch zu fahren. Aber ich hab mich letztendlich doch nicht getraut. Dabei war weniger die Linksfahrerei das Problem als vielmehr die besagten engen Straßen. Man konnte sich einfach nicht darauf verlassen, dass pauschal alle N-Straßen (National-Roads) auch konsequent gut ausgebaut waren. Die waren teilweise komfortabel wie Autobahnen und ein paar Kilometer später wieder wie asphaltierte Feldwege mit hohen Hecken links und rechts. Und seit einem Italienurlaub mit mehreren traumaischen Sträßchen-Erlebnissen, stehe ich damit ein bisschen auf Kriegsfuß. Aber Mr. Right ist einfach super und sicher gefahren - und ich hab mit Hilfe von Navi, Karte und Schildern tatkräftig bei der Navigation geholfen und auf Gefahren von allen Seiten geachtet - Fußgänger, andere Touristen-Fahrer, Schafe und sonstige unvorhergesehene Verkehrsteilnehmer.

Irland 2014 - Tag 1 | Erste Fahrt im Rechtslenker nach Limerick

Wir fuhren dann ein bisschen aufgeregt über die ungewohnte "spiegelverkehrte" Verkehrssituation von Shannon nach Limerick, wo wir in einem Vorort unser B&B für die erste Nach gebucht hatten. Das Castle Moore B&B liegt sehr verkehrsgünstig, wenn man mit dem Mietwagen nicht gleich am ersten Abend quer durch eine große Stadt gurken möchte. Zuerst waren wir noch kurz in einem SuperValu und haben ein bisschen Proviant, Getränke, Obst und Schokoriegel gekauft, um uns für die nächsten Tage einzudecken. 

Irland 2014 - Tag 1 | Einkaufen bei Super Valu

Dann mussten wir am Castle Moore B&B eine Weile warten, bis unsere Gastgeber Gwen und John ebenfalls vom Einkauf zurück kamen. Die beiden sind sehr herzlich und freundlich und in ihrer leicht chaotischen Art sehr liebenswert! 

Irland 2014 - Tag 1 | Das Castlemoore B&B | Außenansicht

Die Zimmer sind sauber und ordentlich, gut ausgestattet und mit eigenem Bad. Das scheint in Irland deutlich üblicher zu sein als in England, wo man doch noch sehr viele B&Bs mit Etagen-Bäder findet.

Irland 2014 - Tag 1 | Das Castlemoore B&B | Unser Zimmer

Die Muschel-Form, die bei quasi ALLEN Armaturen und Accessoires im Bad vorhanden war, brachte uns ziemlich zum Schmunzeln! 

Irland 2014 - Tag 1 | Das Castlemoore B&B | Unser Badezimmer mit Muschel-Dekor

Typisch für die B&Bs in Irland sind auch die "Tea and Coffee Making Facilities" in jedem Gästezimmer, sprich ein Wasserkocher, Tassen, Teebeutel, Instant-Kaffee, Zucker und Kaffeesahne.

Irland 2014 - Tag 1 | Das Castlemoore B&B | Tea and Coffee Making Facilities

Gwen erklärte uns, wie wir mit dem Bus ins Zentrum von Limerick kommen und empfahl uns einen Pub zum Abendessen. Die Busfahrt war kein Problem - im Zweifelsfall einfach den Busfahrer oder einen anderen Fahrgast bitten, im Zentrum kurz Bescheid zu sagen, wo man aussteigen muss. Das funktioniert eigentlich in allen Städten gut. Lustig finde ich die Ermäßigung für Schüler - allerdings nur in Schuluniform! :)

Irland 2014 - Tag 1 | Busfahrt ins Stadtzentrum von Limerick

Unser Sightseeing in Limerick hat sich angesichts der schon recht späten Stunde und unseres durchaus merklich vorhanden Hungers erst einmal in Grenzen gehalten. Zum Glück hatten wir am Fughafen doch noch etwas gegessen!

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | River Shannon

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | River Shannon

Wir sind recht zielstrebig zu dem von Gwen empfohlenen Locke's Pub gegangen, was sich als wirklich guter Tipp herausgestellt hat. Nachdem wir das etwas verschwurbelte Bestellungsprinzip verstanden haben, genossen wir direkt am Fluss bei schönstem Spätsommer-Biergarten-Feeling ein leckeres Abendessen. 

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | The Locke Bar

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | The Locke Bar Biergarten

Mr. Right stürzte sich auf den Irish Stew (Eintopf mit Lammfleisch) und ein Ale aus der hauseigenen Brauerei. Ich bezwang einen Burger mit Chips (= Pommes) und einer hausgemachten Dip-Sauce, dazu einen Bulmer's Cider.

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | The Locke Bar | Irish Stew

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | The Locke Bar | Burger mit Pommes

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | The Locke Bar | Ale und Cider

Es war sehr lustig, die Leute zu beobachten. Von Studenten über Geschäftsleute und Touristen bis hin zu richtig harten Motorradrockern traf sich alles in diesem Pub. Der anschließende kleine Limerick-Rundgang war mit gesättigtem Bauch gleich viel entspannter.

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | Guiness Werbeschild

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | William Street

Irland 2014 - Tag 1 | Abendspaziergang in Limerick | Sonnenuntergang am River Shannon

Als es dunkel wurde, nahmen wir den Bus zurück und plumpsten hundemüde aber glücklich nach einem gelungenen Anreisetag in das sehr bequeme Bett!

Samstag, 1. November 2014

Weißwurst-Rettich-Salat

Das Wochenende bietet sich in Bayern ja geradezu optimal für ein Weißwurst-Frühstück an. Mit süßem Senf und einer "Breze" - für Hartgesottene auch gleich ein Weißbier dazu. Wir gönnen uns das (ohne Weißbier) ja auch mal ab und zu, denn so eine Weißwurst ist schon etwas Feines - und besonders die vom Metzger unseres Vertrauens! Ausgesprochen lecker!

Im Sommer habe ich mal für ein Buffet nach außergewöhnlichen Salaten gesucht und bin bei Chefkoch.de auf das Rezept für einen Weißwurst-Rettich-Salat gestoßen. Hier nämlich, um genau zu sein. Ungewöhnlich, aber es hat mich irgendwie gereizt. Zumal der Radi (Rettich) ja auch ein gern gesehener Gast bei der bayerischen Brotzeit ist. Einen Versuch war es wert, auch wenn ich Mr. Right als den eigentlichen Bayern (ich bin ja nur zugroast, also zugereist) erst überzeugen musste. "Die guten Weißwürste!" :)

Weißwurst-Rettich-Salat | Bild-Collage

Und so wird's gemacht (für zwei Personen):

2 Paar Weißwürste
2 mittelgroße Rettiche
etwas Salz
1 rote Zwiebel
Gewürzgurken (nach Belieben)
1 EL süßer Senf
2 EL Sonnenblumenöl
3 EL Branntweinessig
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
nach Belieben etwas Schnittlauch

Die Weißwürste im heißen Wasser erhitzen. Achtung: Nur ziehen lassen und das Wasser unbedingt salzen oder gleich Brühe verwenden. Den Rettich grob schälen und in ganz feine Scheiben hobeln, mit etwas Salz bestreuen und ein paar Minuten durchziehen lassen. Rote Zwiebel in (halbe) Ringe und Gewürzgurken in Scheiben schneiden. Aus Sonneblumenöl, Branntweinessig, süßem Senf und Pfeffer ein Dressing anrühren. Die heißen Weißwürste häuten (dafür am Besten halbieren und die Haut abziehen) und in Scheiben schneiden. Alle Zutaten mit dem Dressing vermischen. Man kann den Salat noch eine Weile durchziehen lassen - uns schmeckt er aber gerade lauwarm sehr gut. Mit Brezeln servieren. Ist auch ein tolles Abendessen.

Mr. Right liebt den Weißwurst-Rettich-Salat übrigens genau so wie ich. Ab und zu kommt sogar die Frage, ob wir den nicht mal wieder machen sollen. :) Also wer Weißwürste mal in anderer Form probieren möchte, sollte sich an dieses Rezept wagen. Es lohnt sich!

In diesem Sinne ein schönes Wochenende!

Claudi
Mrs. Always Right