Samstag, 15. November 2014

Irland 2014 - Tag 4

Irland 2014 - Tag 4 | Titelbild mit Booten bei Ross Castle

Nach einer weiteren erholsamen Nacht im The Ferris Wheel B&B tischte John uns wieder ein tolles Frühstück auf. Diesmal hatten wir selbstgemachte Pancakes mit Ahornsirup und Obst bestellt - auch das war wieder ein Genuss! Man sieht das John zwar nicht sofort an, aber er kann fantastisch kochen! Wir waren nun nicht mehr die einzigen Gäste. Ein anderes junges Paar - vermutlich Amerikaner oder Kanadier - frühstückte zeitgleich mit uns.

Irland 2014 - Tag 4 | Ferris Wheel B&B | Pancakes zum Frühstück

Auf unserem Tagesprogramm stand als erstes der Besuch von Muckross House & Gardens in der Nähe von Killarney. Das riesige Anwesen kann (nur) bei einer Führung besichtigt werden, die sich durchaus lohnt. Das Haus ist irre beeindruckend und man erfährt sehr viel Interessantes, das auch über Muckross House an sich hinausgeht. Es wäre nur zu wünschen, dass die Führerin (sagt man das so?) in Sachen Aussprache und Sprechtempo ein kleinbisschen mehr Rücksicht auf Nicht-Muttersprachler genommen hätte. Ich möchte behaupten, dass ich ziemlich gut Englisch verstehe, aber teilweise bin ich da auch kurzzeitig ausgestiegen und konnte nicht mehr ganz folgen. Alles in allem aber wirklich eine tolle Führung. Leider darf man im Haus nicht fotografieren.

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

An der Kasse von Muckross House kann man übrigens die Heritage Card kaufen, über die ich im Post zur Reiseplanung schon geschrieben habe. Sie kostet einmalig 21 Euro pro Nase und ermöglicht bei sehr vielen historischen Sehenswürdigkeiten in Irland freien Eintritt. Es gibt übrigens auch ein Faltblatt mit einer Auflistung aller inbegriffenen Attraktionen. Das ist ganz praktisch für die Sightseeing-Planung, denn wenn man sich die Heritage Card schon kauft, möchte man sie natürlich auch nutzen und wählt im Zweifelsfall vielleicht doch eher eine im Preis inbegriffene Sehenswürdigkeit als eine, die wieder extra Eintritt kostet. Wobei ich in den folgenden Posts auch noch von der einen oder anderen Attraktion berichten werde, die separat Eintritt gekostet und sich dennoch mehr als gelohnt hatt! 

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Nach der Führung machten wir uns bei wieder einmal bestem Wetter auf den Muckross Lake Loop Walk, einen Wanderweg, der einmal um den wunderschönen See bei Muckross House führt. Er ist mit rund 19km angegeben, aber wir hatten den begründeten Verdacht, dass die Iren Entfernungsangaben grundsätzlich etwas freier interpretieren und es vermutlich eher weiter war. Meine Sorge war nur, ob wir den Weg zurück zum Auto rechtzeitig schaffen, bevor der Parkplatz schließt. Das passiert nämlich in der Nebensaison früher als in der Hauptsaison. Ich nehme das Ergebnis mal vorweg: Es hat locker gereicht. Ich bin bei solchen Dingen nur manchmal "ein bisschen" verkopft...
Insgesamt war es sehr beeindruckend, wie abwechslungsreich die Landschaft und Vegetation entlang des Muckross Lake ist: Ein über und über mit Moos bedeckter Märchenwald, sumpfiges Gebiet mit vielen Gräsern, riesige Farnflächen, viele Stechpalmen-Pflanzen, Wald mit ganz viel Heide, Pinienwälder...alle paar Kilometer veränderte sich die Landschaft sehr. Obwohl wir eigentlich immer am gleichen See entlang liefen.

Bitte lasst euch von dem teilweise eher gräulich aussehenden Himmel auf den Fotos nicht täuschen. Der Himmel war zwar manchmal etwas diesig, aber es war sehr war und die Sonne hat sich immer wieder durchgewurschtelt. Mr. Right, der im Gegensatz zu mir ja wenigstens seine Zip-Wanderhose dabei hatte, war dann auch recht bald kurzfüßig unterwegs.

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Wir wanderten erst einmal bis zu Dini's Cottage, einem kleinen Café direkt neben dem Meeting of the Waters, wo mehrere Seen aufeinander treffen. Dort kehrten wir kurz ein und gönnten uns mit Blick auf den See einen Kaffee und teilten ein Sandwich und einen Schokokuchen. Von hier aus kann man sich auch mit dem Boot zurück zum Muckross House bringen lassen. Wir entschieden uns aber dafür, den Rundweg zu vollenden. No Risk, no Fun!
Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Ein kleiner Abstecher führte uns noch über einen schönen Waldweg voller Heide-Büsche zu einer sehr alten Steinbrücke. Der Ort hatte fast etwas Verwunschenes.
Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Wir machten dann sogar noch den Abstecher zum Torc Waterfall. Der ist zwar durchaus beeindruckend, führte aber wohl zu dieser Zeit auch relativ wenig Wasser, wie das niedrige Flussbett zeigte. Danach wanderten wir den restlichen Weg zurück zum Muckross House.
Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake
Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Irland 2014 - Tag 4 | Muckross House & Wanderung um den Muckross Lake

Es ging weiter bzw. zurück nach Killarney zum Ross Castle. Wir erwischten noch die letzte Führung, mussten dafür aber noch über eine halbe Stunde warten. Das war uns gerade recht, denn so konnten wir nach der Wanderung doch noch ein bisschen durchatmen. Wir legten uns vor (oder hinter?) das Schloss auf eine abschüssige Wiese und kosteten den wunderschönen Sonnenschein voll aus! Auch die Führung bei Ross Castle gehört zum Angebot der Heritage Card und ist sehr gut aufgezogen. Es ist ein sehr altes Schloss, also alles andere als edel und prunkvoll. Es zeigt vielmehr, wie hart und kalt das Leben im Mittelalter auch für die Herrscher war.
Irland 2014 - Tag 4 | Ross Castle

Irland 2014 - Tag 4 | Ross Castle

Irland 2014 - Tag 4 | Ross Castle

Irland 2014 - Tag 4 | Ross Castle

Irland 2014 - Tag 4 | Ross Castle

Irland 2014 - Tag 4 | Ross Castle

Irland 2014 - Tag 4 | Ross Castle

Zuletzt fuhren wir noch zum Ladies' View, einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen wunderbaren Blick auf die Seenlandschaft bei Killarney hat. Der Name kommt von den Damen aus dem Gefolge von Queen Victoria. Bei deren Besuch wurden ihre Ladies zur Bespaßung unter anderem zu diesem Aussichtspunkt gebracht und sie waren wohl so außerordentlich entzückt, dass man den Ort nach ihnen benannte. Es ist auch wirklich sehr schön dort und wir hatten - wieder einmal - das perfekte Spätsommerwetter!
Irland 2014 - Tag 4 | Ladies' View

Zurück im B&B trafen wir dann noch auf Johns Frau Nora, die mit ihrer hibbeligen und funkensprühenden Art das genaue Gegenteil von John ist, was uns beide sehr zum Schmunzeln brachte. Dieser saß während des ganzen Gesprächs übrigens schweigend auf seinem Sofa und sah fern. :) Nora gab uns auch noch allerhand Infos und Tipps mit auf den Weg. Es war ein sehr nettes und lustiges Gespräch, allerdings hatten wir mittlerweile so einen riesigen Kohldampf, dass wir froh waren, als wir endlich den Absprung geschafft haben. Zum Abendessen ging es wieder zu Kate Kearney's Cottage.
Irland 2014 - Tag 4 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 4 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Bei Kate's war zwar wieder einiges los, aber man spürte gleich beim Eintreffen, dass es nicht ganz so stressig war wie am Abend zuvor. So hatte Eileen, die ja auch schon am Vortag unsere Bedienung war, auch Zeit für ein kleines Schwätzchen. Da die Bangers and Mash (Bratwürstchen mit Kartoffelbrei) aus waren, empfahl sie mir als echte irische Alternative Cabbage and Bacon, also Kohlgemüse mit Bacon. Mr. Right entschied sich für die Lammkeule. Da wir wahnsinnigen Hunger hatten, bestellten wir als zusätzliche Beilagen Pommes und Zwiebelringe. Wir hatten die regulären Portionsgrößen unterschätzt! :) Mein Cabbage and Bacon war genial! Der Bacon dort - auch der beim Frühstück - ist ja nicht zu verwechseln mit dem, was wir als Frühstücksspeck verwenden. Bei uns ist es ja der sehr durchwachsene und fettige Speck. Dort ist es eher magerer Schinken, manchmal mit einer dünnen Schwarte. Dieser Bacon erinnert eher an Kasseler-Scheiben als an die deutsche Variante von Frühstücksspeck. Die Lammkeule war sensationell, ganz zart und mürbe mit einer tollen Soße. Wir waren hinterher dermaßen pappsatt, dass wir uns kaum noch bewegen konnten. Als "Verdauerle" gab es dann noch einen Irish Coffee, der uns vollends den Rest gab! :)
Irland 2014 - Tag 4 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 4 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 4 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Es spielte die gleiche Band wie am Abend zuvor und bei manchen Liedern führten zwei Mädchen den passenden irischen Volkstanz dazu auf - ein bisschen wie bei Lord of the Dance. An diesem Abend hatte ich auch mal die Kamera im Pub dabei und konnte die tolle Atmosphäre auch in Bildern festhalten.
Irland 2014 - Tag 4 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 4 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Wir waren dann fast ein bisschen wehmütig, als wir uns von Kate Kearney's Cottage verabschieden mussten und ließen noch ein großes Lob an den Koch ausrichten. Wir fühlten uns im Ferris Wheel und in der Gap of Dunloe so wohl, dass wir gerne noch länger dort geblieben wären. Für weitere Irlandreisen ist es sicher eine realistische Option, wieder dort zu übernachten und dann Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung zu machen.

Claudi
Mrs. Always Right

Freitag, 14. November 2014

Meine Blogparade | Lucky Friday

Gestern war der 13. des Monats. Beim ersten Blick auf den Kalender schoss mir sofort der Gedanke in den Kopf: "Puh, zum Glück ist nicht Freitag!" Und sofort danach musste ich über mich selber den Kopf schütten, weil ich doch eigentlich nicht abergläubisch bin. Wie die meisten Leute es von sich denken und sagen.

Trotzdem mag ich keine schwarzen Katzen, wenn sie von links nach rechts laufen und ich vermeide es vorsichtshalber unter Leitern hindurchzugehen. Und seit ich den alten englischen Reim über Elstern kenne, in dem eine Elster Unglück und zwei Elstern Glück bringen, halte ich auch immer Ausschau nach der zweiten Elstern, wenn ich eine einzelne sehe.... Bescheuert, nicht wahr? :)

Warum machen wir unser Glück so oft von anderen Personen und Dingen abhängig? Vom Aberglauben, vom Horoskop, ob manche Menschen uns mögen oder nicht, von Dingen, die uns die Werbung und Medien als zwingend glücksnotwendig vorschreiben - warum? Eigentlich sabotieren wir uns damit ständig selbst.

In einem Buch, das ich vor vielen, vielen Jahren mal gelesen habe, musste ein junges Mädchen nach einem Selbstmordversuch in eine Klinik. Ich weiß nicht mehr, wie das Buch hieß und wie es ausging, aber ich erinnere mich noch genau an eine Stelle, die sich bei mir sehr eingeprägt hat. In dem Klinik-Zimmer des Mädchens hängt über dem Spiegel ein Schild:

"Das ist der Mensch, der für dein Glück verantwortlich ist."

Natürlich können wir nicht immer alles im Leben beeinflussen. Jeder hat mal eine schlechte Phase, wo alles schiefzugehen scheint. Und manche Menschen werden mit wirklich schlimmen Situationen und Ereignissen konfrontiert, die es einem manchmal schwer machen, an das Glück zu glauben. Das will ich nicht leugnen. Und von diesen Menschen kann man auch kein immerwährendes Happy Face erwarten.

Aber manchmal verbieten wir uns auch einfach selbst, glücklich zu sein. Weil wir die Dinge gar nicht wahrnehmen, die uns glücklich machen (könnten). Das muss kein Lottogewinn und kein Großereignis sein. Es gibt so viele kleine und unaufdringliche Dinge im Leben, die uns so richtig glücklich machen können - wenn wir sie zulassen und vor allem wahrnehmen!

Diese Gedanken haben mich dazu inspiriert, meine eigene Blogparade zu starten:

Lucky Friday | Ein kleines Stück vom Glück

Jeden Freitag möchte ich über etwas schreiben, das mich in der vorausgegangenen Woche glücklich gemacht hat. Ein besonderer Moment, eine schöne Kleinigkeit, eine Begegnung mit einem tollen Menschen, ein Lächeln, ein Sonnenstrahl.... was auch immer!

Ihr seid herzlich eingeladen, teilzunehmen. Und so funktioniert's:
Jeden Freitag Morgen werde ich euch einladen, euren persönlichen Lucky Friday beizusteuern. Schreibt an diesem Tag einen Blog-Eintrag über etwas, das euch in der vergangenen Woche glücklich gemacht hat. Verlinkt den Post (bitte den direkten Link auf den Post und nicht den allgemeinen Link zu eurem Blog) unter meinem Beitrag . Und bitte verweist auch in eurem Post auf meinen Blog und den Lucky Friday als Blogparade. Dankeschön!
 
Ich muss mich noch damit beschäftigen, wie man die Links am Besten sammelt. Bis dahin setzt den Link bitte einfach in einen Kommentar unter meinen Post. Das "How to" werde ich auch noch einmal übersichtlich zusammenschreiben und separat zur Verfügung stellen.

Für heute wollte ich einfach mal meine Idee verkünden. Mir ist ja auch klar, dass momentan noch nicht sooooo viele Leser auf meinem Blog unterwegs sind und davon wahrscheinlich die wenigsten selbst bloggen. Aber ich freue mich sehr über Beiträge und auf eure kleinen Glücksgeschichten! :)
Und wer keinen Blog hat und trotzdem sein Glück teilen möchte, darf natürlich auch einfach so einen Kommentar mit seinem Lucky Friday beisteuern!


Und nun zu meinem persönlichen Lucky Friday in dieser Woche:

Mr. Right und ich waren gestern Abend beim Konzert der "Piano Guys" in München. Dazu wird es am Montag noch einen ausführlichen Musik-Tipp geben, denn es war echt klasse! Ich saß da gestern in diesem Konzert und hatte ganz oft Gänsehaut und immer wieder auch Pipi in den Augen. Es war so wunderbar, diesen tollen Musikern zuzuhören und zu erleben, mit welcher Begeisterung sie ihre Musik auf der Bühne präsentieren. Sie haben auch betont, wie glücklich sie sich schätzen, diesen Erfolg zu haben. Vier Daddies aus Utah, die mit ihren verrückten Ideen über 500 Millionen YouTube-Klicks erreicht, 5 Alben aufgenommen und weltweit schon Millionen Menschen berührt haben. Die Dankbarkeit für dieses "Wunder", wie sie es selbst nennen, kam in diesem Moment so von Herzen ehrlich rüber und ich habe mich einfach wahnsinnig mit diesen verrückten Kerlen gefreut!

Und gleichzeitig ist mir bewusst geworden, wie glücklich ich bin, dass ich die Musik hören darf, die mir gefällt. Dass ich in einer Zeit und in einem Land lebe, in dem Kultur und Kunst nicht zensiert oder vorgeschrieben wird. Wir können uns für die Musik, Kunst und Literatur begeistern, die uns ganz individuell gefällt. Egal aus welchem Land, aus welcher Ethnie, mit welchem Thema. Und durch die moderne Technik haben wir auf so viele Informationen und Inspirationen Zugriff, wie es noch nie zuvor war.  Es gab Zeiten, in denen das speziell in unserem Land ganz anders lief. Und es gibt traurigerweise auch heute noch Länder, in denen die Menschen nur das sehen dürfen, was ihnen andere erlauben. Länder, in denen Zensur und Herrschsucht alles verbietet, was nicht gewünscht und nicht mit dem System vereinbar ist. Was haben wir da für ein Riesenglück!?!

Und was hat euch diese Woche glücklich gemacht?

Claudi
Mrs. Always Right

Mittwoch, 12. November 2014

Irland 2014 - Tag 3

Irland 2014 - Tag 3 | Titelbild mit Blick auf den See in der Gap of Dunloe

Nach einer sehr ruhigen und erholsamen ersten Nacht im Ferris Wheel B&B am Fuße der Gap of Dunloe machten wir unsere ersten Erfahrungen mit mobilen Duschwänden. Die Idee an sich ist nicht dumm, aber der Umgang doch ein wenig ungewohnt.

Irland 2014 - Tag 3 | Ferris Wheel B&B | Badezimmer mit mobilen Duschwänden

Wir waren für diese Nacht die einzigen Gäste und hatten somit auch den Frühstücksraum für uns, der mit interessanten Deko-Elementen, wie z.B. einer Kamin-Attrappe mit farbigem Licht aufwartete.

Irland 2014 - Tag 3 | Ferris Wheel B&B | Der Frühstücksraum

John zeigte sich an diesem Morgen schon sehr viel zugänglicher als am Abend zuvor. Er berichtete uns gut gelaunt, dass er eine recht kurze Nacht hatte, weil er spätabends noch in "Kate Kearney's Cottage" gerufen wurde, um mit seinen Kumpels noch eine Weile Musik zu machen. Anscheinend hatte die gute Stimmung bei der Hochzeit bis tief in die Nacht angehalten. Iren wissen eben, wie man feiert! :)

Das Full Irish Breakfast von John war einfach fantastisch und das beste auf unserer kompletten Reise! Und auch das selbstgemachte Haferbrot und der Rest des Frühstücksbuffets waren ausgesprochen lecker! Mir persönlich hat es auch besonders die Orange Marmelade angetan. Achtung Fettnäpfchenfalle: In Großbritannien darf man bei Marmelade nicht mit süßem Geschmack rechnen, sondern das ist eher ein herber Fruchtaufstrich. Unsere gewohnte Marmelade heißt dort Jam. Mir schmeckt die herbe Orange Marmelade total gut! Wir haben wie eigentlich jeden Morgen beim Frühstück ordentlich zugelangt, damit es möglichst lange anhält.

Irland 2014 - Tag 3 | Ferris Wheel B&B | Johns sagenhaftes Full Irish Breakfast

Mr. Right und ich waren bei nach einigen anstrengenden Arbeitswochen und auch nach der Anreise und der Dingle-Rundfahrt mit vielen Fahrtkilometern ziemlich platt. In weiser Voraussicht hatten wir deshalb für den Aufenthalt im Ferris Wheel B&B drei Nächte gebucht, um uns die Chance zu geben, etwas runterzukommen und in den richtigen Urlaubsmodus zu kommen. Daran haben wir sehr gut getan! Auch die Planung dieses Tages war bewusst sehr ruhig und entspannt gehalten. Daher stand eine eher gemütliche Wanderung auf dem Plan - quasi zum "Warmlaufen". Wir wanderten einfach direkt vom B&B in die Gap of Dunloe. Wir setzten uns kein Kilometerziel, sondern veranschlagten ca. 2h Hinweg und 2h Rückweg und wollten einfach schauen, wie weit wir kommen. Schließlich wollten wir auch die Natur genießen und nicht nur gehetzt zu irgendwelchen Zielpunkten eilen.

Der Anfang des Weges war derselbe wie am Abend zuvor zu Kate Kearney's Cottage. Der Pub, der übrigens auch einen kleinen Souvenirs-Laden beherbergt, liegt direkt am Eingang zur Gap. Dort befinden sich große (Bus)Parkplätze, wo tagtäglich die Touristen abgeladen und wieder aufgesammelt werden. Und hier positionieren sich natürlich taktisch klug auch die meisten der Jaunting Car Fahrer. Das sind die typischen Kutschfahrer der Gegend, die mit ihren zweirädrigen Einspännern Touristen durch die Schlucht transportieren und ihnen wilde Geschichten der Gegend erzählen.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Die Häuser, die an der Straße zur Gap liegen, gehören fast ausschließlich diesen Kutschfahrern, was man oft an entsprechenden Symbolen, Pferdestatuen oder auch einfach den Pferden selbst erkennen kann. Die Jaunting Car Fahrer sind ziemlich gerissen und versuchen natürlich, den Touristen möglichst hohe Preise für die Fahrten abzuquatschen. Anscheinend kann man recht gut mit ihnen handel, aber unter 30 Euro für eine Fahrt kommt man nicht davon. Davon hatten wir schon im Voraus gelesen und das war uns eindeutig zu teuer. Außerdem wollten wir ja schließlich wandern und konnten so die Schlucht in unserem eigenen Tempo mit vielen (!) Foto-Stops erkunden. Da wir gegen 10 Uhr morgens anscheinend noch recht früh dran waren, beschränkte sich die Anzahl der wartenden Kutscher ohnehin noch auf drei - und ihr "Need a jaunting car?" kam auch noch eher halbherzig. Ich glaube, sie waren gar nicht wirklich traurig, dass wir sie nicht vom morgendlichen Schwätzchen mit Kaffee und Zigarette wegholten.

Der Weg in die Schlucht ist durchgehend asphaltiert - mal mehr, mal weniger gut und eben. Bis vor kurzem waren Autos auf dieser Straße wohl verboten und das Recht, sie zu befahren, war den Jaunting Car Fahrern vorbehalten. Fußgänger und Fahrradfahrer durften die Gap schon immer uneingeschränkt nutzen. Mittlerweile sind Autos erlaubt, was unserer Meinung nach eigentlich nicht sein müsste. Zum einen passen Autos nicht in das sonst so friedliche, unberührte Bild der Gap. Zum anderen ist das enge Sträßchen mit den vielen Kurven und v.a. weiter oben dann mit sehr engen und felsigen Abschnitten sicherlich kein Vergnügen für Autofahrer. Die Kutscher selbst pochen immer noch auf ihr Vorrecht - sie machen den Autos keinen Milimeter Platz. Im Gegenteil: Sie rufen Ihnen sogar zu, dass sie hier nicht fahren dürften und weisen sie an, sofort umzudrehen. Nachvollziehen kann man das, denn Autos stören die besondere Atmosphäre der Gap of Dunloe tatsächlich nur.

Als Wanderer folgt man mangels Alternativen ebenfalls der Straße in die Schlucht. Da wir wie gesagt anscheinend ziemlich früh dran waren - obwohl wir eigentlich deutlich später losgekommen waren als geplant - waren wir beim Hinweg meistens komplett alleine. Bis auf ganz wenige Kutschen, zwei wagemutige Autos und ein paar Fahrradfahrer, die alle recht schnell wieder außer Sichtweite waren.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe
Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe mit Jaunting Car

Ansonsten gab es da nur uns. Ok, uns und die vielen hundert Schafe rundherum.
Überall auf den hügeligen Wiesen und sogar auf den Felsen entdeckte man die weißen Fellkugeln mit ihren bunten Markierungen und man hörte sie auch fleißg määäh-en.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Auf dem Hinweg hing noch ein wenig Hochnebel über der Schlucht, aber man konnte schon erkennen, dass sich die Sonne wieder redlich bemühte, die Oberhand zu gewinnen.  Wir machten viele, viele, viele Fotos und genossen es sehr, in gemütlichem Wandertempo und meistens in totaler Einsamkeit durch die Schlucht zu gehen.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Etwas weiter oben steht ein (für mich) verhängnisvoller Satz: "Der Weg in die Schlucht ist durchgehend asphaltiert - mal mehr, mal weniger gut und eben". Wie es für mich eben absolut typisch ist (seufz), habe ich es natürlich gleich auf den ersten eigentlich noch völlig unspektakulären Metern der Schlucht geschafft, granatenmäßig mit dem Knöchel umzuknicken. Trotz Überknöchel-Wanderschuhen und asphaltierter Straße. Tja, das muss man erst mal schaffen!
Es gab da an dieser Stelle im Asphalt eine teuflische, nicht sichtbare Kante mit ca. 5 cm Höhenunterschied. Und ich habe natürlich auch nicht ständig auf die Straße geschaut, sondern die Landschaft betrachtet und nach tollen Fotomotiven Ausschau gehalten. Jedenfalls habe ich es geschafft, genau auf diese Kante zu treten und mit dem linken Knöchel einmal komplett um 90° nach links umzuknicken. Das ist anatomisch ganz sicher nicht vorgesehen!! Es hat dann auch gleich so höllisch wehgetan, dass ich dachte: "Jetzt sind irgendwelche Sehnen ab!" Der nächste Gedanke: "Ich will nicht in Irland ins Krankenhaus!" Und der nächste Gedanke: "Toll, gleich am zweiten Tag den Urlaub versaut!"

Nach ein paar Minuten ließen die Schmerzen aber nach und ich marschierte tapfer weiter, in der Hoffnung, dass mäßige Bewegung, "geschient" durch die Wanderschuhe funktioniert. Das war zum Glück auch so und nach einer Weile hatte ich beim Wandern keine Schmerzen mehr. Die kamen dann erst wieder, nachdem die Schuhe eine Weile ausgezogen waren und der Knöchel etwas geruht hatte. Da wurde er dann auch ein bisschen dicker. Ich möchte nicht mal beschwören, dass nicht sogar tatsächlich die eine oder andere Sehne ordentlich was abgekriegt hat. Überdehnt, angerissen - irgendsowas. 

Der doofe Knöchel zickte dann leider auch den den ganzen Urlaub über rum. Allerdings ging es erstaunlicherweise am Besten beim Wandern, wo ich nach den paar ersten unangenehmen Schritten quasi keine Schmerzen hatte. Solange der Boden einigermaßen eben war, ging es prima. Laufen mit den normalen Schuhen, die nicht über den Knöchel reichten, oder z.B. unbedachte Bewegungen, wenn ich mich beim Schlafen im Bett umgedreht habe, waren viel eher problematisch. Glücklicherweise hatten wir das Aloe Vera Wundermittel dabei, das ich bei meiner Osteopathin gekauft habe. Damit haben wir den Knöchel jeden Abend kräftig eingerieben und es wurde dann auch von Tag zu Tag besser. Ich persönlich war einfach nur froh, dass ich nicht ins Krankenhaus musste und dass wir unsere Pläne und Wanderungen trotzdem machen konnten. Was hätte ich mich geärgert, wenn ich uns mit dieser bescheuerten Aktion den Urlaub versaut hätte!!!

Zurück zur Gap of Dunloe: Wir sind die Schlucht hinauf bis zum höchsten Punkt. Je weiter man hinauf kommt, desto deutlicher sieht man, welche unglaubliche Kraft das Wasser gehabt haben muss, das hier einst durchgeflossen ist und riesige Felsbrocken mit sich gerissen hat. Durch diese Felsbrocken hindurch verläuft heute die enge Straße.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Oben angekommen machten wir eine kleine Pause, setzten uns auf die Steinmauer und aßen ein bisschen Obst. Das war ungefähr zur Mittagszeit und nun merkte man schon, dass ein paar mehr Kutschen unterwegs waren. Wir beobachteten, wie die Jaunting Car Fahrer die meisten Touristen an der steilsten Stelle aus der Kutsche bugsierten, weil das für die Pferde eine zu große Belastung wäre. Also mussten die teils sehr behäbigen Touristen selbst den Berg hinaufkeuchen, bevor sie wieder einsteigen durften und es mit der Kutsche weiter ins Black Valley ging. Dorthin sind wir selbst nicht mehr gelaufen, sondern wir haben uns nach der Pause wieder auf den Rückweg gemacht. Die Sonne hatte sich mittlerweile ihren Weg erkämpft und die Gap leuchtete in einem ganz besonderen Licht.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe
Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Der Rückweg ging insgesamt etwas flotter, da nicht mehr ganz so viele Foto-Stops notwendig waren. Und hier kamen uns nun auch einige Touristen zu Fuß entgegen. Wir waren sehr glücklich, dass wir am Morgen die Gap fast für uns alleine erleben durften. Das hatte schon eine ganz besondere Atmosphäre! Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie es dort zur Hauptsaison zugeht, wenn die Touristenbusse Dutzende Menschen abliefern, die dann laut gackernd durch die Gap stiefeln. Nein, wir hatten wieder einmal unbewusst alles richtig gemacht!

Im B&B angekommen, gönnten wir uns eine längere Pause und aßen die Überbleibsel vom Proviant des Vortages.

Später am Nachmittag fuhren wir dann mit dem Auto nach Killarney, wo wir ein wenig die Stadt anschauen und dann am Abend noch essengehen wollten. Ungläubiges Kopfschütteln bewirkte das riesengroße Liebherr-Werk, an dem wir auf dem Weg nach Killarney vorbei kamen. Die sind auch echt überall! :)

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney | Liebherr
 
Nachdem wir einen tollen Parkplatz in Killarney gefunden hatten, fiel uns auf, dass wir den Rucksack im B&B vergessen lassen. Da darin leider auch die Geldbeutel sicher verstaut waren, blieb uns nichts anderes übrig, als nochmals zurückzufahren. Zum Glück waren es ja nur 10 Minuten Fahrt. Beim "Ferris Wheel" sahen wir dann John, wie er mit seinem Jaunting Car und zwei Pferden an der Straße stand. Wir holten den Rucksack und machten dann kurz Halt bei ihm. Bei diesem Schwätzchen taute er endlich richtig auf und wir haben uns wirklich sehr nett mit ihm unterhalten. Er erzählte uns, dass er bereits in vierter Generation Jaunting Car Fahrer ist, wie die Sommersaison gelaufen ist, was er in den Wintermonaten arbeitet, dass seine Frau Nora tagsüber arbeitet und wir sie deshalb noch nicht zu Gesicht bekommen haben und und und. Es war ein richtig nettes Gespräch und es war geradezu spürbar, wie von beiden Seiten der Funke übergesprungen war. So hatte der vergessene Rucksack wohl doch noch einen tieferen Sinn!

Wieder in Killarney, war unser toller Parkplatz zum Glück noch frei! Wir spazierten ein bisschen durch den Ort und besuchten z.B. auch die Kirche St. Mary.

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney
Kommt es euch auch ein bisschen seltsam vor, was ein Ballon-Wagen vor der Bank macht? Wir haben drauf gewartet, dass jeden Moment Bankräuber mit Clown-Masken heraus stürmen und mit dem Flucht-Ballon-Wagen davon brettern! :)

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Das tatsächliche Zentrum gefiel uns nicht sonderlich gut. Und die aushängenden Speisekarten der Pubs und Restaurants überzeugte uns leider gar nicht. Weder in Sachen Auswahl noch in Sachen Preise. Allerdings - tadaa - entdeckten wir auch eine weitere Filiale von Murphy's Ice Cream. 

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney | Murphy's Ice Cream

Da MUSSTEN wir natürlich rein! Auch hier war das Team wieder supernett. Der lustige Verkäufer freute sich sehr, als wir ihm erzählten, dass wir tags zuvor in Dingle bereits das tolle Eis kennenlernen durften. Er hat uns gefragt, ob wir in Dingle nicht den Murphy's Pass bekommen hätten! Es gibt einen Pass, der sehr lustig aufgemacht ist, auf dem man für jede der drei Filialen (Dingle - Killarney - Dublin) einen Stempel sammeln kann. Er hat uns einen solchen Pass mitgegeben. Auf den freien Platz für den Dingle-Stempel hat er den Killarney-Stempel gesetzt und versucht, ihn gleich mit dem Finger so zu verwischen, dass er aussieht wie der Dingle Stempel. "I am a very bad cheater!" meinte er dann zu dem missglückten Versuch. Das Team hatte großen Spaß mit uns und das Eis war wieder superlecker. Uneingeschränkte Empfehlung für die Sorte "Sea Salt". Man kann sich darunter erst mal nichts vorstellen, aber es ist einfach genial! "Leider" war das Eis so lecker, dass wir es wieder nicht geschafft haben, ein Foto zu machen, bevor es aufgegessen war...

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney | Murphy's Ice Cream

Da uns kulinarisch nichts anderes ansprach, haben wir kurzerhand entschieden, einfach bei Kate Kearney's zu essen. Das war zwar für den nächsten Abend geplant, aber so what? Im Pub war eine Menge los, da wohl eine größere Reisegruppe kurz zuvor angekommen war und die Bedienungen alle Hände voll damit zu tun hatten, die Leute möglichst zeitgleich mit Essen zu versorgen. An diesem Abend hatten wir einen Tisch weiter hinten und konnten nun erst sehen, wie groß die Fläche des Pubs tatsächlich ist und wie viele Leute da reinpassen. Das ist logistisch schon ein enormer Aufwand. Trotzdem waren die Bedienungen sehr freundlich und bemüht und versuchten, ihren eigenen Stress nicht auf die Gäste zu übertragen. Wir bestellten bei der sehr netten Eileen. Mr. Right wählte den Roast of the Day (Braten des Tages), was in diesem Fall Lamm war, mit Gemüse und Kartoffelbrei. Ich entschied mich für den "Kate's Ceasar Salad", mit Bacon-Streifen, Knoblauch-Croutons und Parmesan-Hobeln. Beides sehr lecker! Wir waren überrascht von der hohen Qualität des Essens in einem Pub. Und es ging auch alles ziemlich flott, besonders angesichts der vielen Gäste. Wie jeden Abend im Kate Kearney's Cottage gab es auch traditionell irische Live-Musik.
(Die folgenden Bilder sind mit dem Smartphone gemacht und daher qualitativ nicht so toll.)

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Leute-Gucken im Kate Kearney's Cottage ist eine wahre Freude. So viele unterschiedliche Menschentypen an einem Ort! Ich glaube, was die Atmosphäre dort so besonders macht, ist die Mischung aus Einheimischen und Touristen. Da entstehen teilweise sehr lustige Begegnungen und man merkt einfach, dass sich das ganze Konzept des Pubs gut trägt! Ein junges, freundliches und flottes Team, gute aber nicht altbackene Hausmannskost, eine breite Getränke-Auswahl, rustikaler Charme und traditionelle Live-Musik. Es funktioniert! Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt und können einen Besuch absolut empfehlen!

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Auf unserem Rückweg mit Stirnlampen kamen wir auch an einer etwas größeren Grasfläche vorbei, von wo uns plötzlich kleine runde Punkte entgegen leuchteten. Das waren die reflektierenden Augen einer Reh-Familie, die ganz ruhig auf der Wiese stand und sich von uns beobachten ließ. Ein schöner Moment und ein wunderbarer Abschluss für diesen tollen Tag!

Claudi
Mrs. Always Right

Montag, 10. November 2014

Delta Rae | Musik-Tipp am Montag

Heute möchte ich gerne eine neue Kategorie auf meinem Blog ins Leben rufen: Den Musik-Tipp am Montag. Ich möchte euch gern jeden Montag einen Künstler oder eine Band, einen Song oder ein Musikstück vorstellen. Musik, die mir gut gefällt und von der ich glaube, dass sie anderen Leuten auch gefallen könnte. Nach dem langen Blog-Post zum Thema Musik deines Lebens / Meine Herz-Töne im Rahmen der Short Stories von Bine und Andrea hab ich mir überlegt, in welcher Form ich über Musik schreiben könnte. Und da erschien mir ein regelmäßiger Musik-Tipp ganz gut. Als gelernte Musik-Journalistin liegt das ja auch irgendwie nahe. :)

Anfangen möchte ich heute mit einer Gruppe, die meiner Meinung nach in Deutschland viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte:

Delta Rae

Delta Rae ist eine junge Truppe aus insgesamt sechs Musikern. Die drei sehr musikalischen Geschwister Ian, Eric und Brittany und ihre Freundin Elizabeth singen und spielen Instrumente, dazu kommen noch die zwei weiteren Instrumentalisten Mike und Grant.

Man kann die vier Stimmen nicht beschreiben, man muss sie gehört haben. Vor allem die beiden Ladies haben eine Kraft und Energie in ihren vielseitigen Stimmen, die einen so richtig aus den Socken haut! Gänsehaut ist vorprogrammiert, wenn die vier einen mehrstimmigen Gesang anstimmen, der vor Inbrunst nur so strotzt und bei dem jeder Ton mit 1000% Gefühl vollgepackt ist!

Dieses Video, das übrigens in einem einzigen Take gefilmt wurde, zeigt ein Medley aus vier eigenen Songs und vermittelt schon einen ziemlich guten Eindruck von der Power, die hinter Delta Rae steckt.


Ihren Musikstil beschreiben sie selbst als den "klanglichen Reichtum Amerikas aus Gospel, Bluegrass, Blues und Pop, gepaart mit einer gut gereiften, tief verwurzelten Tradition aus Geschichten-Erzählen, Folklore und Mythologie. Es gibt ein Band, das die Harmonien der Westküste und den Gospel des Südens verbindet - all die Spannungen, all die Freude und Leidenschaft, die strahlende Hoffnung, die in Amerikas großer kultureller, gepgraphischer und musikalischer Reise steckt." Das bringt es ziemlich auf den Punkt. Man spürt in jedem Song, in jedem Takt, in jedem Ton, wie die Mitglieder von Delta Rae ihre musikalischen und kulturellen Wurzeln aktiv leben. In ihrer Musik steckt so viel Energie und Leidenschaft, wie man es in der heutigen Musikszene nur noch selten erlebt. Und sie ist verdammt ansteckend!
 
Gerade bei Live- und Unplugged-Auftritten sieht man, wie unfassbar gut die sechs sind! Da gibt es kein Tricksen und Vortäuschen. So zum Beispiel auch hier, bei einer Unplugged Session in einem Musikgeschäft. Diese Stimme von Elizabeth und wie sie komplett in den Song eintaucht...wow!


Ich weiß wirklich nicht mehr, wie ich auf Delta Rae aufmerksam wurde. So oder so, es war ein glücklicher Zufall. Denn ich habe nur selten "Pop"-Musik (im weitesten Sinne) erlebt, die mich so tief berührt hat. Ich habe damals sofort die digitale EP gekauft und quasi in Dauerschleife gehört. Ich habe die vielen tollen Live-Videos bei YouTube angeschaut. Und ich bin ein echter Fan geworden!

Sobald Delta Rae mal eine Deutschland-Tour macht, weiß ich, wer definitiv im Publikum sitzen wird. Und ich würde mir wünschen, dass auch die deutschen Radiosender mehr ehrliche, handgemachte Musik dieser Art spielen würden!

Wie gefällt euch die Musik von Delta Rae? Habt ihr sie schon vorher gekannt?
Ich freu mich immer über Feedback!

Claudi
Mrs. Always Right