Mittwoch, 12. November 2014

Irland 2014 - Tag 3

Irland 2014 - Tag 3 | Titelbild mit Blick auf den See in der Gap of Dunloe

Nach einer sehr ruhigen und erholsamen ersten Nacht im Ferris Wheel B&B am Fuße der Gap of Dunloe machten wir unsere ersten Erfahrungen mit mobilen Duschwänden. Die Idee an sich ist nicht dumm, aber der Umgang doch ein wenig ungewohnt.

Irland 2014 - Tag 3 | Ferris Wheel B&B | Badezimmer mit mobilen Duschwänden

Wir waren für diese Nacht die einzigen Gäste und hatten somit auch den Frühstücksraum für uns, der mit interessanten Deko-Elementen, wie z.B. einer Kamin-Attrappe mit farbigem Licht aufwartete.

Irland 2014 - Tag 3 | Ferris Wheel B&B | Der Frühstücksraum

John zeigte sich an diesem Morgen schon sehr viel zugänglicher als am Abend zuvor. Er berichtete uns gut gelaunt, dass er eine recht kurze Nacht hatte, weil er spätabends noch in "Kate Kearney's Cottage" gerufen wurde, um mit seinen Kumpels noch eine Weile Musik zu machen. Anscheinend hatte die gute Stimmung bei der Hochzeit bis tief in die Nacht angehalten. Iren wissen eben, wie man feiert! :)

Das Full Irish Breakfast von John war einfach fantastisch und das beste auf unserer kompletten Reise! Und auch das selbstgemachte Haferbrot und der Rest des Frühstücksbuffets waren ausgesprochen lecker! Mir persönlich hat es auch besonders die Orange Marmelade angetan. Achtung Fettnäpfchenfalle: In Großbritannien darf man bei Marmelade nicht mit süßem Geschmack rechnen, sondern das ist eher ein herber Fruchtaufstrich. Unsere gewohnte Marmelade heißt dort Jam. Mir schmeckt die herbe Orange Marmelade total gut! Wir haben wie eigentlich jeden Morgen beim Frühstück ordentlich zugelangt, damit es möglichst lange anhält.

Irland 2014 - Tag 3 | Ferris Wheel B&B | Johns sagenhaftes Full Irish Breakfast

Mr. Right und ich waren bei nach einigen anstrengenden Arbeitswochen und auch nach der Anreise und der Dingle-Rundfahrt mit vielen Fahrtkilometern ziemlich platt. In weiser Voraussicht hatten wir deshalb für den Aufenthalt im Ferris Wheel B&B drei Nächte gebucht, um uns die Chance zu geben, etwas runterzukommen und in den richtigen Urlaubsmodus zu kommen. Daran haben wir sehr gut getan! Auch die Planung dieses Tages war bewusst sehr ruhig und entspannt gehalten. Daher stand eine eher gemütliche Wanderung auf dem Plan - quasi zum "Warmlaufen". Wir wanderten einfach direkt vom B&B in die Gap of Dunloe. Wir setzten uns kein Kilometerziel, sondern veranschlagten ca. 2h Hinweg und 2h Rückweg und wollten einfach schauen, wie weit wir kommen. Schließlich wollten wir auch die Natur genießen und nicht nur gehetzt zu irgendwelchen Zielpunkten eilen.

Der Anfang des Weges war derselbe wie am Abend zuvor zu Kate Kearney's Cottage. Der Pub, der übrigens auch einen kleinen Souvenirs-Laden beherbergt, liegt direkt am Eingang zur Gap. Dort befinden sich große (Bus)Parkplätze, wo tagtäglich die Touristen abgeladen und wieder aufgesammelt werden. Und hier positionieren sich natürlich taktisch klug auch die meisten der Jaunting Car Fahrer. Das sind die typischen Kutschfahrer der Gegend, die mit ihren zweirädrigen Einspännern Touristen durch die Schlucht transportieren und ihnen wilde Geschichten der Gegend erzählen.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Die Häuser, die an der Straße zur Gap liegen, gehören fast ausschließlich diesen Kutschfahrern, was man oft an entsprechenden Symbolen, Pferdestatuen oder auch einfach den Pferden selbst erkennen kann. Die Jaunting Car Fahrer sind ziemlich gerissen und versuchen natürlich, den Touristen möglichst hohe Preise für die Fahrten abzuquatschen. Anscheinend kann man recht gut mit ihnen handel, aber unter 30 Euro für eine Fahrt kommt man nicht davon. Davon hatten wir schon im Voraus gelesen und das war uns eindeutig zu teuer. Außerdem wollten wir ja schließlich wandern und konnten so die Schlucht in unserem eigenen Tempo mit vielen (!) Foto-Stops erkunden. Da wir gegen 10 Uhr morgens anscheinend noch recht früh dran waren, beschränkte sich die Anzahl der wartenden Kutscher ohnehin noch auf drei - und ihr "Need a jaunting car?" kam auch noch eher halbherzig. Ich glaube, sie waren gar nicht wirklich traurig, dass wir sie nicht vom morgendlichen Schwätzchen mit Kaffee und Zigarette wegholten.

Der Weg in die Schlucht ist durchgehend asphaltiert - mal mehr, mal weniger gut und eben. Bis vor kurzem waren Autos auf dieser Straße wohl verboten und das Recht, sie zu befahren, war den Jaunting Car Fahrern vorbehalten. Fußgänger und Fahrradfahrer durften die Gap schon immer uneingeschränkt nutzen. Mittlerweile sind Autos erlaubt, was unserer Meinung nach eigentlich nicht sein müsste. Zum einen passen Autos nicht in das sonst so friedliche, unberührte Bild der Gap. Zum anderen ist das enge Sträßchen mit den vielen Kurven und v.a. weiter oben dann mit sehr engen und felsigen Abschnitten sicherlich kein Vergnügen für Autofahrer. Die Kutscher selbst pochen immer noch auf ihr Vorrecht - sie machen den Autos keinen Milimeter Platz. Im Gegenteil: Sie rufen Ihnen sogar zu, dass sie hier nicht fahren dürften und weisen sie an, sofort umzudrehen. Nachvollziehen kann man das, denn Autos stören die besondere Atmosphäre der Gap of Dunloe tatsächlich nur.

Als Wanderer folgt man mangels Alternativen ebenfalls der Straße in die Schlucht. Da wir wie gesagt anscheinend ziemlich früh dran waren - obwohl wir eigentlich deutlich später losgekommen waren als geplant - waren wir beim Hinweg meistens komplett alleine. Bis auf ganz wenige Kutschen, zwei wagemutige Autos und ein paar Fahrradfahrer, die alle recht schnell wieder außer Sichtweite waren.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe
Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe mit Jaunting Car

Ansonsten gab es da nur uns. Ok, uns und die vielen hundert Schafe rundherum.
Überall auf den hügeligen Wiesen und sogar auf den Felsen entdeckte man die weißen Fellkugeln mit ihren bunten Markierungen und man hörte sie auch fleißg määäh-en.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Auf dem Hinweg hing noch ein wenig Hochnebel über der Schlucht, aber man konnte schon erkennen, dass sich die Sonne wieder redlich bemühte, die Oberhand zu gewinnen.  Wir machten viele, viele, viele Fotos und genossen es sehr, in gemütlichem Wandertempo und meistens in totaler Einsamkeit durch die Schlucht zu gehen.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Etwas weiter oben steht ein (für mich) verhängnisvoller Satz: "Der Weg in die Schlucht ist durchgehend asphaltiert - mal mehr, mal weniger gut und eben". Wie es für mich eben absolut typisch ist (seufz), habe ich es natürlich gleich auf den ersten eigentlich noch völlig unspektakulären Metern der Schlucht geschafft, granatenmäßig mit dem Knöchel umzuknicken. Trotz Überknöchel-Wanderschuhen und asphaltierter Straße. Tja, das muss man erst mal schaffen!
Es gab da an dieser Stelle im Asphalt eine teuflische, nicht sichtbare Kante mit ca. 5 cm Höhenunterschied. Und ich habe natürlich auch nicht ständig auf die Straße geschaut, sondern die Landschaft betrachtet und nach tollen Fotomotiven Ausschau gehalten. Jedenfalls habe ich es geschafft, genau auf diese Kante zu treten und mit dem linken Knöchel einmal komplett um 90° nach links umzuknicken. Das ist anatomisch ganz sicher nicht vorgesehen!! Es hat dann auch gleich so höllisch wehgetan, dass ich dachte: "Jetzt sind irgendwelche Sehnen ab!" Der nächste Gedanke: "Ich will nicht in Irland ins Krankenhaus!" Und der nächste Gedanke: "Toll, gleich am zweiten Tag den Urlaub versaut!"

Nach ein paar Minuten ließen die Schmerzen aber nach und ich marschierte tapfer weiter, in der Hoffnung, dass mäßige Bewegung, "geschient" durch die Wanderschuhe funktioniert. Das war zum Glück auch so und nach einer Weile hatte ich beim Wandern keine Schmerzen mehr. Die kamen dann erst wieder, nachdem die Schuhe eine Weile ausgezogen waren und der Knöchel etwas geruht hatte. Da wurde er dann auch ein bisschen dicker. Ich möchte nicht mal beschwören, dass nicht sogar tatsächlich die eine oder andere Sehne ordentlich was abgekriegt hat. Überdehnt, angerissen - irgendsowas. 

Der doofe Knöchel zickte dann leider auch den den ganzen Urlaub über rum. Allerdings ging es erstaunlicherweise am Besten beim Wandern, wo ich nach den paar ersten unangenehmen Schritten quasi keine Schmerzen hatte. Solange der Boden einigermaßen eben war, ging es prima. Laufen mit den normalen Schuhen, die nicht über den Knöchel reichten, oder z.B. unbedachte Bewegungen, wenn ich mich beim Schlafen im Bett umgedreht habe, waren viel eher problematisch. Glücklicherweise hatten wir das Aloe Vera Wundermittel dabei, das ich bei meiner Osteopathin gekauft habe. Damit haben wir den Knöchel jeden Abend kräftig eingerieben und es wurde dann auch von Tag zu Tag besser. Ich persönlich war einfach nur froh, dass ich nicht ins Krankenhaus musste und dass wir unsere Pläne und Wanderungen trotzdem machen konnten. Was hätte ich mich geärgert, wenn ich uns mit dieser bescheuerten Aktion den Urlaub versaut hätte!!!

Zurück zur Gap of Dunloe: Wir sind die Schlucht hinauf bis zum höchsten Punkt. Je weiter man hinauf kommt, desto deutlicher sieht man, welche unglaubliche Kraft das Wasser gehabt haben muss, das hier einst durchgeflossen ist und riesige Felsbrocken mit sich gerissen hat. Durch diese Felsbrocken hindurch verläuft heute die enge Straße.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Oben angekommen machten wir eine kleine Pause, setzten uns auf die Steinmauer und aßen ein bisschen Obst. Das war ungefähr zur Mittagszeit und nun merkte man schon, dass ein paar mehr Kutschen unterwegs waren. Wir beobachteten, wie die Jaunting Car Fahrer die meisten Touristen an der steilsten Stelle aus der Kutsche bugsierten, weil das für die Pferde eine zu große Belastung wäre. Also mussten die teils sehr behäbigen Touristen selbst den Berg hinaufkeuchen, bevor sie wieder einsteigen durften und es mit der Kutsche weiter ins Black Valley ging. Dorthin sind wir selbst nicht mehr gelaufen, sondern wir haben uns nach der Pause wieder auf den Rückweg gemacht. Die Sonne hatte sich mittlerweile ihren Weg erkämpft und die Gap leuchtete in einem ganz besonderen Licht.

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe
Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe

Der Rückweg ging insgesamt etwas flotter, da nicht mehr ganz so viele Foto-Stops notwendig waren. Und hier kamen uns nun auch einige Touristen zu Fuß entgegen. Wir waren sehr glücklich, dass wir am Morgen die Gap fast für uns alleine erleben durften. Das hatte schon eine ganz besondere Atmosphäre! Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie es dort zur Hauptsaison zugeht, wenn die Touristenbusse Dutzende Menschen abliefern, die dann laut gackernd durch die Gap stiefeln. Nein, wir hatten wieder einmal unbewusst alles richtig gemacht!

Im B&B angekommen, gönnten wir uns eine längere Pause und aßen die Überbleibsel vom Proviant des Vortages.

Später am Nachmittag fuhren wir dann mit dem Auto nach Killarney, wo wir ein wenig die Stadt anschauen und dann am Abend noch essengehen wollten. Ungläubiges Kopfschütteln bewirkte das riesengroße Liebherr-Werk, an dem wir auf dem Weg nach Killarney vorbei kamen. Die sind auch echt überall! :)

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney | Liebherr
 
Nachdem wir einen tollen Parkplatz in Killarney gefunden hatten, fiel uns auf, dass wir den Rucksack im B&B vergessen lassen. Da darin leider auch die Geldbeutel sicher verstaut waren, blieb uns nichts anderes übrig, als nochmals zurückzufahren. Zum Glück waren es ja nur 10 Minuten Fahrt. Beim "Ferris Wheel" sahen wir dann John, wie er mit seinem Jaunting Car und zwei Pferden an der Straße stand. Wir holten den Rucksack und machten dann kurz Halt bei ihm. Bei diesem Schwätzchen taute er endlich richtig auf und wir haben uns wirklich sehr nett mit ihm unterhalten. Er erzählte uns, dass er bereits in vierter Generation Jaunting Car Fahrer ist, wie die Sommersaison gelaufen ist, was er in den Wintermonaten arbeitet, dass seine Frau Nora tagsüber arbeitet und wir sie deshalb noch nicht zu Gesicht bekommen haben und und und. Es war ein richtig nettes Gespräch und es war geradezu spürbar, wie von beiden Seiten der Funke übergesprungen war. So hatte der vergessene Rucksack wohl doch noch einen tieferen Sinn!

Wieder in Killarney, war unser toller Parkplatz zum Glück noch frei! Wir spazierten ein bisschen durch den Ort und besuchten z.B. auch die Kirche St. Mary.

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney
Kommt es euch auch ein bisschen seltsam vor, was ein Ballon-Wagen vor der Bank macht? Wir haben drauf gewartet, dass jeden Moment Bankräuber mit Clown-Masken heraus stürmen und mit dem Flucht-Ballon-Wagen davon brettern! :)

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney

Das tatsächliche Zentrum gefiel uns nicht sonderlich gut. Und die aushängenden Speisekarten der Pubs und Restaurants überzeugte uns leider gar nicht. Weder in Sachen Auswahl noch in Sachen Preise. Allerdings - tadaa - entdeckten wir auch eine weitere Filiale von Murphy's Ice Cream. 

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney | Murphy's Ice Cream

Da MUSSTEN wir natürlich rein! Auch hier war das Team wieder supernett. Der lustige Verkäufer freute sich sehr, als wir ihm erzählten, dass wir tags zuvor in Dingle bereits das tolle Eis kennenlernen durften. Er hat uns gefragt, ob wir in Dingle nicht den Murphy's Pass bekommen hätten! Es gibt einen Pass, der sehr lustig aufgemacht ist, auf dem man für jede der drei Filialen (Dingle - Killarney - Dublin) einen Stempel sammeln kann. Er hat uns einen solchen Pass mitgegeben. Auf den freien Platz für den Dingle-Stempel hat er den Killarney-Stempel gesetzt und versucht, ihn gleich mit dem Finger so zu verwischen, dass er aussieht wie der Dingle Stempel. "I am a very bad cheater!" meinte er dann zu dem missglückten Versuch. Das Team hatte großen Spaß mit uns und das Eis war wieder superlecker. Uneingeschränkte Empfehlung für die Sorte "Sea Salt". Man kann sich darunter erst mal nichts vorstellen, aber es ist einfach genial! "Leider" war das Eis so lecker, dass wir es wieder nicht geschafft haben, ein Foto zu machen, bevor es aufgegessen war...

Irland 2014 - Tag 3 | Killarney | Murphy's Ice Cream

Da uns kulinarisch nichts anderes ansprach, haben wir kurzerhand entschieden, einfach bei Kate Kearney's zu essen. Das war zwar für den nächsten Abend geplant, aber so what? Im Pub war eine Menge los, da wohl eine größere Reisegruppe kurz zuvor angekommen war und die Bedienungen alle Hände voll damit zu tun hatten, die Leute möglichst zeitgleich mit Essen zu versorgen. An diesem Abend hatten wir einen Tisch weiter hinten und konnten nun erst sehen, wie groß die Fläche des Pubs tatsächlich ist und wie viele Leute da reinpassen. Das ist logistisch schon ein enormer Aufwand. Trotzdem waren die Bedienungen sehr freundlich und bemüht und versuchten, ihren eigenen Stress nicht auf die Gäste zu übertragen. Wir bestellten bei der sehr netten Eileen. Mr. Right wählte den Roast of the Day (Braten des Tages), was in diesem Fall Lamm war, mit Gemüse und Kartoffelbrei. Ich entschied mich für den "Kate's Ceasar Salad", mit Bacon-Streifen, Knoblauch-Croutons und Parmesan-Hobeln. Beides sehr lecker! Wir waren überrascht von der hohen Qualität des Essens in einem Pub. Und es ging auch alles ziemlich flott, besonders angesichts der vielen Gäste. Wie jeden Abend im Kate Kearney's Cottage gab es auch traditionell irische Live-Musik.
(Die folgenden Bilder sind mit dem Smartphone gemacht und daher qualitativ nicht so toll.)

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Leute-Gucken im Kate Kearney's Cottage ist eine wahre Freude. So viele unterschiedliche Menschentypen an einem Ort! Ich glaube, was die Atmosphäre dort so besonders macht, ist die Mischung aus Einheimischen und Touristen. Da entstehen teilweise sehr lustige Begegnungen und man merkt einfach, dass sich das ganze Konzept des Pubs gut trägt! Ein junges, freundliches und flottes Team, gute aber nicht altbackene Hausmannskost, eine breite Getränke-Auswahl, rustikaler Charme und traditionelle Live-Musik. Es funktioniert! Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt und können einen Besuch absolut empfehlen!

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Irland 2014 - Tag 3 | Gap of Dunloe | Kate Kearney's Cottage

Auf unserem Rückweg mit Stirnlampen kamen wir auch an einer etwas größeren Grasfläche vorbei, von wo uns plötzlich kleine runde Punkte entgegen leuchteten. Das waren die reflektierenden Augen einer Reh-Familie, die ganz ruhig auf der Wiese stand und sich von uns beobachten ließ. Ein schöner Moment und ein wunderbarer Abschluss für diesen tollen Tag!

Claudi
Mrs. Always Right

Montag, 10. November 2014

Delta Rae | Musik-Tipp am Montag

Heute möchte ich gerne eine neue Kategorie auf meinem Blog ins Leben rufen: Den Musik-Tipp am Montag. Ich möchte euch gern jeden Montag einen Künstler oder eine Band, einen Song oder ein Musikstück vorstellen. Musik, die mir gut gefällt und von der ich glaube, dass sie anderen Leuten auch gefallen könnte. Nach dem langen Blog-Post zum Thema Musik deines Lebens / Meine Herz-Töne im Rahmen der Short Stories von Bine und Andrea hab ich mir überlegt, in welcher Form ich über Musik schreiben könnte. Und da erschien mir ein regelmäßiger Musik-Tipp ganz gut. Als gelernte Musik-Journalistin liegt das ja auch irgendwie nahe. :)

Anfangen möchte ich heute mit einer Gruppe, die meiner Meinung nach in Deutschland viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte:

Delta Rae

Delta Rae ist eine junge Truppe aus insgesamt sechs Musikern. Die drei sehr musikalischen Geschwister Ian, Eric und Brittany und ihre Freundin Elizabeth singen und spielen Instrumente, dazu kommen noch die zwei weiteren Instrumentalisten Mike und Grant.

Man kann die vier Stimmen nicht beschreiben, man muss sie gehört haben. Vor allem die beiden Ladies haben eine Kraft und Energie in ihren vielseitigen Stimmen, die einen so richtig aus den Socken haut! Gänsehaut ist vorprogrammiert, wenn die vier einen mehrstimmigen Gesang anstimmen, der vor Inbrunst nur so strotzt und bei dem jeder Ton mit 1000% Gefühl vollgepackt ist!

Dieses Video, das übrigens in einem einzigen Take gefilmt wurde, zeigt ein Medley aus vier eigenen Songs und vermittelt schon einen ziemlich guten Eindruck von der Power, die hinter Delta Rae steckt.


Ihren Musikstil beschreiben sie selbst als den "klanglichen Reichtum Amerikas aus Gospel, Bluegrass, Blues und Pop, gepaart mit einer gut gereiften, tief verwurzelten Tradition aus Geschichten-Erzählen, Folklore und Mythologie. Es gibt ein Band, das die Harmonien der Westküste und den Gospel des Südens verbindet - all die Spannungen, all die Freude und Leidenschaft, die strahlende Hoffnung, die in Amerikas großer kultureller, gepgraphischer und musikalischer Reise steckt." Das bringt es ziemlich auf den Punkt. Man spürt in jedem Song, in jedem Takt, in jedem Ton, wie die Mitglieder von Delta Rae ihre musikalischen und kulturellen Wurzeln aktiv leben. In ihrer Musik steckt so viel Energie und Leidenschaft, wie man es in der heutigen Musikszene nur noch selten erlebt. Und sie ist verdammt ansteckend!
 
Gerade bei Live- und Unplugged-Auftritten sieht man, wie unfassbar gut die sechs sind! Da gibt es kein Tricksen und Vortäuschen. So zum Beispiel auch hier, bei einer Unplugged Session in einem Musikgeschäft. Diese Stimme von Elizabeth und wie sie komplett in den Song eintaucht...wow!


Ich weiß wirklich nicht mehr, wie ich auf Delta Rae aufmerksam wurde. So oder so, es war ein glücklicher Zufall. Denn ich habe nur selten "Pop"-Musik (im weitesten Sinne) erlebt, die mich so tief berührt hat. Ich habe damals sofort die digitale EP gekauft und quasi in Dauerschleife gehört. Ich habe die vielen tollen Live-Videos bei YouTube angeschaut. Und ich bin ein echter Fan geworden!

Sobald Delta Rae mal eine Deutschland-Tour macht, weiß ich, wer definitiv im Publikum sitzen wird. Und ich würde mir wünschen, dass auch die deutschen Radiosender mehr ehrliche, handgemachte Musik dieser Art spielen würden!

Wie gefällt euch die Musik von Delta Rae? Habt ihr sie schon vorher gekannt?
Ich freu mich immer über Feedback!

Claudi
Mrs. Always Right

Sonntag, 9. November 2014

Irland 2014 - Tag 2

Irland 2014 - Tag 2 | Titelbild mit Möwe auf dem Slea Head Drive

Die erste Urlaubsnacht war überraschend erholsam - normalerweise bin ich da immer sehr unruhig - und wir haben beide sehr gut und tief geschlafen. Die große Straße vor dem B&B war nachts nicht annähernd so befahren wie wir es anfangs befürchtet hatten und wir hörten keinen Verkehrslärm. 

Das Full Irish Breakfast von Gwen war äußerst lecker und nachdem wir die Fragestunde unserer etwas neugierigen amerikanischen Mitgäste überstanden hatten, konnten wir es auch in Ruhe genießen. Nur der Kaffee war heftig - damit weckt man ja Tote auf! Ab da bin ich auf Breakfast Tea umgestiegen! :)

Irland 2014 - Tag 2 | Castlemoore B&B | Full Irish Breakfast

Bei einem kleinen Plausch haben John und Gwen uns noch verschiedene Gegenden und Sehenswürdigkeiten in Irland empfohlen. Die Kreditkartenbezahlung lief technisch etwas holprig, aber so konnten wir immerhin den sehr interessanten Einrichtungsstil noch etwas genauer begutachten. :)

Irland 2014 - Tag 2 | Castlemoore B&B | Chaotisches Wohnzimmer

Schließlich setzten wir uns in unseren Suzuki und düsten los. An diesem ersten Tag lagen einige Fahrtkilometer vor uns, denn es ging auf die Dingle Halbinsel. Hinter dem leichten Wolkendunst spürte man schon die Sonne, die sich ihren Weg suchte und ihn auch bald schon finden sollte.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Der einfache und direkte Weg nach Dingle geht über eine große Straße. Der schönere, aber auch wesentlich abenteuerlichere Weg führt über den Connor Pass. Glücklicherweise besteht nur ein relativ kleiner Abschnitt der Strecke aus einer engen, einspurigen Straße mit kleinen Ausweich-Buchten. Links geht der Fels steil nach oben, rechts nach unten.  Wenn man diesen Abschnitt überstanden hat, ist der Rest der Strecke aber ziemlich gut ausgebaut.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Bei einem kleinen Zwischenstop an einem Parkplatz kann man ein bisschen den Berg hinaufklettern und schöne Fotos machen. Mit einem japanischen jungen Pärchen machten wir einen kleinen Foto-Deal - Pärchenfoto gegen Pärchenfoto. Der anscheinend sonst recht kräftige Wasserfall an dieser Stelle war bei unserem Besuch ein kleines Rinnsal, das sich nicht zu fotografieren lohnte.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Also weiter auf der Mini-Straße bis zum eigentlichen Pass. Am dortigen Parkplatz sind wir wieder ausgestiegen und zu Fuß ein bisschen weiter den Berg hinauf. Hier pustete der Wind recht kräftig und man hatte einen tollen Ausblick auf die Landschaft.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Schaf am Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Von hier an war die Straße wieder zweispurig und angenehmer zu befahren. So ging es den Berg wieder hinunter und in das Fischerdörfchen Dingle. Hier sind wir nur durchgefahren, weil wir die Küsten-Rundstrecke "Slea Head Drive" fahren wollten. Und da diese uns am Ende wieder nach Dingle zurückführen würde, wollten wir uns erst später im Örtchen umschauen.

Irland 2014 - Tag 2 | Autofahrt über den Connor Pass

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Der Slea Head Drive ist eine sehr schöne Route, die über weite Strecken direkt an der Küste entlang führt und einige Möglichkeiten zum Halten und Aussteigen anbietet, sodass man tolle Fotos machen und die Aussicht genießen kann. Vor allem in der Hauptsaison darf die Strecke nur im Uhrzeigersinn befahren werden, damit sich die vielen Touristenautos und v.a. die Reisebusse nicht ins Gehege kommen. Daran haben wir uns auch außerhalb der Hauptsaison brav gehalten. Sicher ist sicher. Da die meisten Haltemöglichkeiten auch auf diese Fahrtrichtung ausgelegt sind, macht das durchaus Sinn, sonst ist man ständig Rechtsabbieger, was in Irland ungefähr so doof ist wie bei uns immer links abbiegen zu müssen. Das Wetter war an der Küste absolut fantastisch. Zwar sehr windig, aber wunderschön sonnig. Wir waren ganz hibbelig deswegen und haben wahrscheinlich tausendmal ganz happy vor uns hin oder zueinander gesagt: "Wir haben soooo tolles Wetter!" :)

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle


Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Mit einem winzigen Abstecher kann man auch das Gallarus Oratory besuchen. Es gilt als eine der ersten frühchristlichen Kirchen und besteht komplett aus Trockensteinmauern. Es ist für mich völlig unvorstellbar, wie die Menschen das im 8. Jahrhundert ohne technische Hilfsmittel gebaut haben! Da Mr. Right ohnehin ein Faible für Natursteinmauern hat, war er doppelt so fasziniert davon wie ich. Mich haben aber auch die Hecken rund um das Oratory total umgehauen, die aus Fuchsien bestanden. Man kennt die bei uns zwar schon auch, aber ich hatte sie  zuvor so noch nie in so einer Größe gesehen. In Irland sollten uns diese blütenprächtigen Hecken noch öfter begegnen.

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Gallarus Oratory

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Gallarus Oratory

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Gallarus Oratory

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Gallarus Oratory

Zurück in Dingle parkten wir auf einem der großen Parkplätze am Hafen und erkundeten das Örtchen zu Fuß. Sie süßen kleinen Häuschen mit ihren bunten Fassaden machen schon einen ganz besonderen Charme aus.

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Als wir an einem blauen Haus mit weißen Fenstern und Türen vorbei kamen, über dem das Schild "Murphy's Ice Cream" prangte, schoss mir plötzlich die Erinnerung von einem TV-Beitrag in den Kopf, in dem diese Eisdiele ganz besonders gelobt wurde. Das mussten wir natürlich ausprobieren - und wir waren völlig begeistert! Das ganze Konzept, die ungewöhnlichen Eissorten und die Tatsache, dass man jede Sorte auch probieren darf plus das freundliche Team sind ja schon toll, aber dazu kommt auch noch, dass das Eis unbeschreiblich lecker ist! Wir waren völlig aus dem Häuschen! Wegen Eis! Verrückt! :)

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Murphy's Ice Cream

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Murphy's Ice Cream

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle | Murphy's Ice Cream

Bei unserem Spaziergang am Hafen setzten wir uns auf die großen Steine am Wasser und genossen für eine Weile ganz in Ruhe die wunderbare Spätsommersonne! Eine Bootstour zum berühmten Delphin Funghi, der seit 20 Jahren in der Dingle Bucht lebt, haben wir uns allerdings verkniffen.

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Eigentlich wollten wir zum Essen in das Fischrestaurant "Out of the Blue", über das wir viel Gutes gelesen hatten und das mit bestem Fisch wirbt. Aber leider waren wir für das Mittagsgeschäft zu spät und für das Abendgeschäft zu früh - außerdem zeigte uns ein Blick auf die Preise, dass das ohnehin unseren Rahmen etwas überschritten hätte. Ein paar Häuser weiter im "Marina's Inn" wurden wir dann fündig und haben sehr lecker und zu guten Preisen gegessen.

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Mr. Right hatte einen Monkfish in Tempura-Teigmantel mit Kartoffelgratin und Salat. Ich hatte Krabbenfleisch, Garnelen und Räucherlachs mit Brot, Salat und einer hausgemachten Cocktailsoße. Beides sehr lecker!

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Irland 2014 - Tag 2 | Slea Head Drive & Dingle

Nach der Stärkung fuhren wir weiter in Richtung unseres abendlichen Zieles, aber zuvor machten wir noch einen Zwischenstop beim berühmten breiten Sandstrand von Inch. Für Irland ein eher ungewohntes Bild, aber wunderschön - vor allem in der abendlichen Sonne. Auch hier konnten wir unser Glück über das warme und sonnige Spätsommerwetter kaum fassen.

Irland 2014 - Tag 2 | Inch Beach

Irland 2014 - Tag 2 | Inch Beach

Irland 2014 - Tag 2 | Inch Beach


Irland 2014 - Tag 2 | Inch Beach

Dann ging es aber zügig weiter in Richtung Killarney. Wir hatten im Vorfeld großartige Bewertungen bei Tripadvisor für das B&B "The Ferris Wheel" gelesen, das ca. 10 Minuten von Killarney entfernt, direkt an der Straße zur Gap of Dunloe liegt. Also entschieden wir uns für die Unterkunft außerhalb der Stadt, was sich als eine der glücklichsten Entscheidungen des Urlaubs herausstellen sollte. Zum einen, weil uns Killarney als Stadt gar nicht gefiel - aber dazu im nächsten Post mehr - und zum anderen, weil es im "Ferris Wheel" mit seiner ruhigen Lage ganz wunderbar war. Auch die Nähe zur Gap of Dunloe und vor allem zu "Kate Kearney's Cottage" war für uns perfekt. 

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Am ersten Abend waren wir noch nicht ganz sicher, ob wir die vielen begeisterten Bewertungen zum B&B teilen können, da unser Gastgeber John einen etwas genervten Eindruck machte und uns die angepriesene Herzlichkeit fehlte. Aber das sollte sich in den nächsten Tagen deutlich ändern.
Unser Zimmer war toll! Großes, bequemes Bett, modernes Bad, Blick auf den Garten, Tee and Coffee Making Facilities und was wir als großen Mehrwert empfunden haben: sehr viel und sehr ausführliches Material zum B&B, zur Gegend, zu Wanderungen und Freizeitaktivitäten. Hätten wir nicht schon gewusst, was wir in den folgenden Tagen in der Gegend anschauen wollten, so hätten wir dadurch sicher einige Möglichkeiten gefunden.

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Irland 2014 - Tag 2 | Ferris Wheel B&B in der Gap of Dunloe bei Killarney

Obwohl wir hundemüde waren, machten wir uns noch auf und legten den knappen Kilometer Fußweg zum "Kate Kearney's Cottage" zurück, das quasi am Eingang der Gap liegt, um bei einem Absacker zumindest noch einen kleinen Eindruck von dem berühmten Pub zu bekommen. Dort war richtig viel los, weil an diesem Abend eine Hochzeit stattfand und die Leute sehr gut drauf waren. Die Stimmung war klasse, aber wir sind dann nach einem Ale bzw. Cider trotzdem recht zügig wieder Richtung B&B, weil wir einfach wahnsinnig müde waren und uns auf das tolle, große Bett freuten. In weiser Voraussicht und aufgrund einiger Hinweise bei Tripadvisor hatten wir Stirnlampen mitgenommen, die auch wirklich notwendig sind, denn die Straße zurück zum B&B ist bei Nacht absolut nicht beleuchtet. Es hatte aber durchaus etwas abenteuerlich-romantisches! :) Weniger abenteuerlich sind wir dann ins Bett gefallen und haben geschlafen wie die Steine!

Claudi
Mrs. Always Right

Samstag, 8. November 2014

Meine Herz-Töne | Short Stories

Ich habe ja in den letzten Wochen und Monaten einige Blogs von interessanten Frauen entdeckt, die ich regelmäßig lese und die mich auch inspiriert haben, selber wieder anzufangen. Auch wenn ich definitiv nicht den Anspruch habe, ebenso erfolgreich und für eine ebenso riesige Lesergemeinschaft zu bloggen, wie sie es tun.
Einer dieser Blogs ist was eigenes von Bine. Und sie hat zusammen mit ihrer Blog-Freundin Andrea eine Aktion ins Leben gerufen, die ich sehr spannend finde: Short Stories. Am 1. eines jeden Monats stellen die beiden ein Thema in den virtuellen Blogger-Raum, zu dem man einen Eintrag schreiben und diesen unter dem Thema verlinken kann. So hat man die vielen verschiedenen Geschichten, die von vielen verschiedenen Bloggern zu einem Thema entstehen, auf einen Blick zusammen und kann sich durchklicken. Eine schöne Idee - zumal es dabei vor allem um's Schreiben an sich gehen soll.

Mit dem Thema vom 1. November möchte ich mich gerne in diese Aktion ein(k)linken:

Musik deines Lebens

Meine Herztöne | Short Stories | Thema im November: Musik deines Lebens | Notenblatt mit iPod und CD

Darüber könnte ich wahrscheinlich einen ganzen Roman schreiben. Musik hat in meinem Leben eine wahnsinnig große Bedeutung - passiv und aktiv! Ohne Musik wäre ich nicht vollständig. Wenn man mir die Musik nehmen würde, wäre das in etwa, wie die Amputation eines wichtigen Körperteils. Musik ist überall in meinem Leben. In mir, um mich herum, in meiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie pusht mich oder erdet mich - je nach Situation. Mit ihr kann ich meine Gefühle ausdrücken - und sie löst sehr starke Gefühle bei mir aus.

Die Überschrift "Meine Herz-Töne", die ich für meine Short-Story ausgewählt habe, hat mehrere Bedeutungen:
- Zum einen drückt diese Bezeichnung natürlich aus, dass die Töne dieser, also meiner Musik mein Herz berühren, es beruhigen oder schneller schlagen lassen.
- Gleichzeitig drückt mein Herz aber auch seine Gefühl durch diese Töne aus, ich beim Musikmachen produziere oder die ich mir zum Anhören auswähle.
- Und die dritte Bedeutung beschreibt auch den Ursprung dieser enormen Bedeutung, die Musik für mich hat: Meine Familie ist sehr musikalisch, meine Mutter ist Instrumentallehrerin. So hatte ich also schon als Ungeborenes nicht nur den Herzschlag meiner Mutter als ständigen Rhythmus und ihre Stimme um mich herum, sondern auch Musik. Ich stelle mir das immer bildlich vor: wie ich schwerelos im Fruchtwasser schwebe, eingehüllt von den sanften Klängen der Gitarre, die ja direkt am Bauch meiner Mutter war. Ich finde, das ist ein wunderschönes Bild!

Bei uns gehörte Musizieren immer ganz selbstverständlich zum Familienalltag. Jeder spielt mindestens ein Instrument, der Musikunterricht und Proben mit verschiedenen Gruppen und Orchestern gehörte immer dazu. Wir Kinder wurden von unseren Eltern unterstützt und gefördert, wofür ich ihnen immer sehr dankbar sein werde!

Nun aber zu einzelnen Liedern meines Lebens:

Als kleines Kind saß ich stundenlang auf der Schaukel im Garten und habe ein Kinderlied gesungen. "Dauda, dauda, sitzt ein Mädele draußen..." Ich hab das Lied noch nie in einem Liederbuch gesehen und weiß nicht, ob es das "offiziell" überhaupt gibt. Es ist in schwäbischer Mundart gehalten, deshalb mal die sinngemäße Bedeutung: Das Mädchen verkauft Äpfel und Birnen und eine bestimmte Person [hier kann man einen individuellen Namen einsetzen] bekommt davon auch etwas ab. Sinngemäß. Nun saß ich also auf der Schaukel und setzte in jeder Strophe einen Namen ein. Alle Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde und so weiter. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich da eine Weile beschäftigt war. :)

Eine ebenfalls sehr präsente Erinnerung habe ich an die Schlaflieder meiner Oma. Es kam nicht sooo oft vor, dass meine Eltern abends beide weg waren. Aber wenn, dann kam meine Oma an diesem Abend zu uns und hat mich ins Bett gebracht. Und es war absolutes Pflichtprogramm, dass sie mir dann Schlaflieder vorsingen musste. "Weißt du, wie viel Sternlein stehen" war eines davon, aber mein Lieblingslied war immer "Die Blümelein sie schlafen". Den Text kann ich noch immer auswendig. Wenn ich eines dieser Lieder heute höre, wird mir sofort ganz warm im Bauch.

Mein Papa ist gefühlt schon immer im Musikverein. Früher hat er bei den Auftritten auch gesungen. Wenn im und um das Dorf ein Fest war, spielte dort natürlich der Musikverein und ich war schon als Knirps immer mit dabei. Wenn mein Papa dann gesungen hat, hab ich oft das Herumtoben mit den anderen Kindern unterbrochen und mich vor das Orchester gestellt und zugehört. Der Walzer "Blumenmädchen" war mein absolutes Lieblingslied und da habe ich immer mitgesungen. Oft hat mich mein Papa dann zu sich nach vorne gewunken, mich hochgehoben und wir haben zusammen ins Mikrofon gesungen. Unvergesslich!

In Sachen Pop- und Rock-Musik hat mich vor allem mein älterer Bruder geprägt. Durch den etwas größeren Altersabstand kam ich schon recht früh mit der Musik von Bon Jovi, Aerosmith, den Eagles, Boston, Bryan Adams, Van Halen usw. in Kontakt. Wie oft saß ich nachmittags bei ihm im Zimmer und habe mit ihm MTV geschaut?! :) So habe ich auch heute noch ein Faible für gute Rockmusik und vor allem für handgemachte Musik. Mit diesem ganzen Elektro-, Techno-, R&B-Zeug kann ich nichts anfangen. Es muss handgemacht sein und aus tiefster Seele kommen....das reißt mich mit. Lieder gäbe es hier unzählige aufzulisten.

In der Zeit als Querflöten-Schülerin habe ich natürlich auch viele Musikstücke gespielt, von denen manche mehr in Erinnerung geblieben sind als andere. Unvergesslich bleibt das Konzert, das ich mit 19 gemeinsam mit einer etwa gleichaltrigen Flötenschülerin gegeben habe. Wir haben zu zweit einen ganzen Konzertabend gestaltet - mit verschiedenen Gästen als Begleitung. Das war eine ziemlich coole Sache. Davon war die Triosonate von Johann Sebastian Bach mein persönliches Highlight. Bachs Musik ist so einzigartig und zeitlos! Ich glaube nicht, dass jemals wieder jemand geboren wird, der Musik so allumfassend versteht wie er es getan hat!

Als Jugendliche habe ich in vielen Orchestern, Ensembles und Projekten mitgespielt - in einigen davon regelmäßig, andere waren nur projektbezogen. Da gab es natürlich auch immer Stücke, die mir in dieser speziellen Zeit in dieser speziellen Gruppe besonders gefallen haben. Oft hatte das auch mit dem jeweiligen aktuellen Lebensgefühl zu tun.

Im Musikverein war"Tirol 1809" von Sepp Tanzer für mich sehr prägend, weil es mein erstes richtiges großes Konzertwerk war, an das ich mich erinnern kann. Und bei "Die große Seefahrt" von Pavel Stanék durfte ich beim Wertungsspiel das Flötensolo spielen, was für mich ein großer Moment war. Im Kreisjugendorchester unseres Kreisverbandes waren vor allem "La Storia" und "Ross Roy" von Jacob de Haan meine absoluten Highlights. Die hätte ich bei jedem Konzert spielen können! :)

In einem überregionalen Jugendsinfonieorchester gab es für mich zwei besonders unvergessliche Werke: Bei der Nordischen Ski-WM 2005 durften wir bei der Eröffnung spielen. Naja..."spielen" ist relativ. Wir mussten vorab eine CD mit den Werken aufnehmen, denn natürlich funktioniert ein großes Sinfonieorchester im Schnee vor der Skisprungschanze bei TV-Übertragung nur per Playback. Ein Werk war der Satz "I pini della Via Appia" aus "Pini di Roma" von Ottorino Respighi. Wenn ich das Stück heute höre, stehe ich sofort wieder vor der großen Skisprungschanze im Schnee, mit tausenden Menschen im Publikum und zig TV-Kameras um uns herum
Kurz darauf haben wir mit dem gleichen Orchester das "War Requiem" von Benjamin Britten aufgeführt. Für mich eine emotionale Grenzerfahrung. Dieses Stück handelt vom Zweiten Weltkrieg und ist in seiner Wirkung unbeschreiblich tief und ergreifend. Ich musste passagenweise sehr mit meinen Emotionen und den Tränen kämpfen, um überhaupt spielen zu können. Vor allem an der Stelle, wo die beiden Soldaten [Gesangssolisten] sich im Himmel begegnen und erst nach einer Weile realisieren, dass sie sich kurz zuvor auf dem Schlachtfeld gegenüberstanden - "I am the enemy you killed, my friend." Das ist so überwältigend dramatisch und traurig....da krieg ich Gänsehaut, wenn ich nur dran denke!

Natürlich war mein Leben als Jugendliche auch von Pop-Musik geprägt und nicht nur von klassischer Musik. Wie gesagt war ich eher auf der Rock-Schiene unterwegs. MTV war daher eher meins als VIVA. So ist auch dieser ganze Boygroup-Hype spurlos an mir vorbeigegangen. Wobei ich dann später schon noch auf Gruppen wie *NSYNC aufmerksam wurde, als sie schon etwas gesetzter waren. Denn mal unabhängig davon, wie man die Lieder findet: singen können die Jungs einfach wahnsinnig gut! Ich hab mir damals vor allem die vielen a capella Videos im Internet angeschaut, wie z.B. dieses hier von O Holy Night.

Was mir erst jetzt gerade wieder einfällt: Meine Mama hat früher immer gesagt, ich müsste mal zu "Wetten, dass...?", weil ich nach den ersten beiden Tönen meistens schon wusste, welches Lied im Radio läuft. :)

Wie das als junges Mädchen so ist: Man verknallt sich, man verliebt sich, ist glücklich, wird enttäuscht, hat Liebeskummer und leidet. Nicht immer in genau dieser Reihenfolge, aber ihr wisst ja selber, wie das so läuft. Für jede Situation und auch für jeden Schwarm gab es natürlich den passenden Song, zu dem man entweder fröhlich durchs Zimmer tanzte oder heulend im Bett lag. Oh, da kommen viele Erinnerungen! :) Vor allem ein paar Lieder aus der Zeit zwischen 18 und 25 hatten für mich große Bedeutung, denn in der Zeit haben die Männer mir das Leben ziemlich schwer gemacht. So konnte ich Lieder wie "Feels Like Home" von Chantal Kreviazuk oder "Chasing Cars" von Snow Patrol für lange Zeit nicht anhören, denn sie waren jeweils so fest an einen bestimmten Menschen und den dazugehörigen Liebeskummer gekoppelt, dass der alte Schmerz sofort wieder hochkam, sobald ich nur die ersten beiden Akkorde gehört habe. Aber seit ich mit meinem Mr. Right so glücklich bin, kann ich die Lieder endlich wieder ohne Probleme hören, worüber ich sehr froh bin, denn es sind sehr schöne Songs! :)

Natürlich gibt es auch Lieder, die Mr. Right und mir gehören. Die bleiben aber geheim! :P

Zwei Werke, die ich in den letzten paar Jahren mit der Stadtkapelle Wangen spielen durfte, möchte ich gerne noch erwähnen. Werke, die mich ebenfalls tief bewegt haben. Werke, die beim Musizieren Gänsehaut machen, bei denen jeder Ton in einem selbst einen Knopf drückt, bei denen man nach dem letzten Ton emotional und körperlich völlig fertig ist und in einer anderen Welt schwebt, aus der man erst einmal langsam wieder in die Realität zurückfinden muss. Das eine war "Extreme Make-Over" von Johan de Meij, mit dem wir 2013 auch den Deutschen Orchesterwettbewerb gewonnen haben. Und das andere die "Symphony No. 4" von David Maslanka, die wir letztes Jahr im Herbst aufgeführt haben. Man kann diese Musik nicht beschreiben, man muss sie erleben und fühlen!

Und dann noch ein Bereich der Musik, über den sich ein eigener Blog-Eintrag lohnen würde: Ich liebe Film-Musik! Gut komponierte, von richtigen Orchestern eingespielte Film-Musik. Wenn ich jetzt anfangen würde, aufzuzählen, säße ich noch morgen hier.
Und ich stehe auf ungewöhnliche Gruppen, wie z.B. Vienna Horns, Celtic Woman, La Brass Banda, hmbc, The Piano Guys und viele andere, die einfach richtig gute und kreative Musik machen.

So, jetzt aber Schluss. Das mit der "Short Story" hat nur mäßig gut funktioniert. Und dabei hab ich mich doch schon extra kurzgefasst. :) Zum Thema Musik werden sicher noch verschiedene Post zu verschiedenen Themen in meinem Blog auftauchen.

Ich glaube, ich stöbere mich heute mal wieder in bisschen durch meine Musiksammlung und ziehe ein paar Sachen raus, die ich schon länger nicht mehr angehört habe. :)

In diesem Sinne noch ein Zitat von Franz Schubert zum Abschluss, das ich mir auch auf die Rückseite meines iPods habe gravieren lassen: 
"Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden."

Claudi
Mrs. Always Right

Mittwoch, 5. November 2014

Kürbis-Caprese deluxe

Nach den vielen tollen leichten Sommergerichten freu ich mich jetzt auch auf die deftigen und warmen Köstlichkeiten im Herbst und Winter. Momentan ist natürlich Kürbis hoch im Kurs. Ich scheue ja zugegeben ein wenig die Schälerei und greife deswegen zum Hokkaido. Der eignet sich wegen seiner Größe perfekt für Gerichte für zwei Personen und ist durch seine essbare Schale der Traumkürbis aller Köche, bei denen es schnell gehen muss. Und zu denen zähle ich mich zweifelsfrei! :)

In dem kleinen Regionalmagazin, das regelmäßig unserer Tageszeitung beiliegt, gab es in der letzten Ausgabe ein paar Kürbisrezepte. Eines davon hat mich gleich sehr verlockt und das haben wir jetzt auch endlich mal ausprobiert. Wie eigentlich immer haben wir die Zutaten und Zubereitung ein bisschen angepasst, so wurde aus dem Kürbis-Caprese unser individuelles Kürbis-Caprese deluxe:

1 Hokkaido-Kürbis
2-4 Knoblauchzehen
80-100g magerer Kochschinken
2-3 Handvoll Kirschtomaten
1-2 Avocado
1 Kugel Mozzarella
frisches oder gerebeltes Basilikum

Olivenöl
Weißer Balsamico
Salz
Pfeffer
Chili-Flocken
Salat-Würze

Backofen auf 220° Ober-Unter-Hitze vorheizen. Den Hokkaido in ca. 2cm große Würfel schneiden. Knoblauchzehen in dünne Scheiben und Schinken in Stücke schneiden und mit den Kürbiswürfeln in einen leicht geölten Bräter/Auflaufform geben, mit Salz und Pfeffer würzen. Der Bräter kommt dann für 25-30 Minuten in den Ofen.

Kürbis-Caprese deluxe | Kürbis würfeln und mit Knoblauch und Schinken im Ofen backen

Währenddessen Kirschtomaten je nach Größe halbieren oder vierteln, Fruchtfleisch der Avocado und Mozzarella würfeln. Basilikum klein zupfen. Aus Öl, Essig und Gewürzen ein Dressing anrühren. Wenn der Kürbis durch ist, Bräter aus dem Ofen holen, alle anderen Zutaten hinzugeben und mit dem Dressing vermischen.

Kürbis-Caprese deluxe | Avocado, Tomaten, Mozzarella und Marinade zum gebackenen Kürbis geben

Wenn man daraus vier Portionen macht, sollte man noch Baguette/Ciabatta o.ä. dazu reichen. Für zwei Personen ist es eine gute, gesunde und sättigende Hauptmahlzeit. Ich könnte mir das auch gut als Grundlage für einen lauwarmen Nudel-Kürbis-Salat vorstellen, dann braucht man aber vielleicht etwas mehr Dressing.

Kleiner Aufwand, großer Geschmack! Das Kürbis-Caprese deluxe wird es in nächster Zeit sicher öfter bei uns geben.

Guten Appetit wünscht

Claudi
Mrs. Always Right